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Kritik an Krisenmanagement

23.10.2020 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Ursache für die Explosion in Dornbirn noch immer nicht gefunden.

In der jüngsten Dornbirner Stadtvertretersitzung am Donnerstag gab es harsche Kritik am Krisenmanagement der Stadt. Grünen-Vertreterin Vahide Aydin brachte vor, dass sich einige Nachbarn der Ausweichschule völlig im Stich gelassen fühlen würden. Man habe sich nach der Explosion nicht um die Betroffenen gekümmert. Sowohl was die psychologische Hilfe als auch die Hilfe bei Aufräumarbeiten in den Wohnungen betrifft.

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Regelrecht erschüttert darüber zeigten sich Bürgermeisterin Andrea Kaufmann und Sabine Sandholzer-Hämmerle (Leiterin Recht und Sicherheit). Beide waren gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern der Stadt für mehrere Stunden nach dem Unglück vor Ort. Sie berichten, dass das Rote Kreuz vor Ort war, um die Betroffenen zu betreuen. Man habe mit den Anrainern gesprochen, die Schäden in den Wohnungen besichtigt, um zu prüfen, ob diese noch bewohnbar sind – mehrmals. Dachdecker hätten Bretter an den Fenstern angebracht, Tischler waren vor Ort. Einige Mitarbeiter der Stadt hätten persönlich Scherben aufgekehrt. Notunterkünfte wurden angeboten, Daten aufgenommen und Ansprechpartner genannt. „Für mich ist diese Kritik nicht nachvollziehbar“, meinte Sandholzer-Hämmerle. Vielmehr habe das Krisenmanagement hervorragend funktioniert. Nichtsdestotrotz sind die entstandenen Schäden Versicherungsfälle, und die Ursache ist noch nicht geklärt. Alle Betroffenen sind dennoch aufgerufen, diese zu melden.

Alte Pläne nutzen

Die Ausweichschule Fischbach ist vergangene Woche durch eine vermutliche Gasexplosion und einen Vollbrand zerstört worden. Da das Quartier für die laufende Erneuerung der Dornbirner Schulen und Kindergärten benötigt wird, prüft die Hochbauabteilung derzeit ein Wiederaufbau des Gebäudes. Der Stadtrat hatte diese Vorgangsweise befürwortet.
Das Gebäude an sich hat sich bewährt, weshalb die vorhandenen Pläne als Vorlage für einen Ersatzbau herangezogen werden können. Die Schule wurde damals innerhalb der Verwaltung geplant und in der Umsetzung koordiniert. Da für eine temporär genutzte Schule nicht das volle Raumprogramm benötigt wird, werden die Baukosten geringer ausfallen, hieß es.
Untersuchungen laufen noch. Keine eindeutigen Ergebnisse brachte bisher die Untersuchung zur Brandursache. Aufgrund des Schadenbildes wird nach wie vor von einer Gasexplosion ausgegangen. Für die Ermittlungen wurde ein Expertenteam der Bundespolizei aus Wien angefordert. Diese wird in den kommenden Wochen weitere Laboruntersuchungen vornehmen.

Langfristige Lösung

Die betroffenen Schüler konnten kurzfristig in der Volksschule Haselstauden untergebracht werden. Danach gibt es eine vorübergehende Lösung in freien Räumlichkeiten der Mittelschule Haselstauden. „Dennoch braucht es eine langfristige Lösung. Auch für jene Schulen, die in den nächsten Jahren saniert werden müssen“, betonte Vize-Bürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) in der Stadtvertretersitzung. Die Sozialdemokraten unterstützen daher das Vorhaben, die Ausweichschule am selben Standort nach den alten Plänen wieder aufzustellen, sodass die Schule bis spätestens 2022 bezugsfertig ist. Im Zuge dessen könne die neue Ausweichschule um eine Turnhalle erweitert werden.
Darüber hinaus fordert die SPÖ einen Architekturwettbewerb für eine neue Schule Forach, damit im Jahr 2022 der Bau starten kann.

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