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Die drei heiligen maskierten Könige

25.10.2020 • 08:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Im kommenden Jänner werden maskierte Könige von Haus zu Haus gehen.<span class="copyright">Katholische Jungschar</span>
Im kommenden Jänner werden maskierte Könige von Haus zu Haus gehen.Katholische Jungschar

Corona lässt die drei Weisen aus Morgenland vorsichtig agieren.

Susanne Schaudy von der Jungen Kirche Vorarlberg, ist für die Koordination der Sternsinger-Aktion im Jänner 2021 zuständig. „Wir von der Dreikönigsaktion wollen natürlich, dass auch das alles unter sicheren Umständen über die Bühne gehen kann. Wir haben extra ein Hygienekonzept dafür entwickelt“, erzählt Schaudy. Das wird auch allen Pfarren nahegelegt, sich an diese Richtlinien zu halten. Die Gesundheit aller Beteiligten steht dabei natürlich an obers­ter Stelle. Generell sind es die üblichen Grundregeln, wie Masken, Handhygiene und Abstände einhalten. „Aber es kommen auch noch ein paar Sachen dazu. Wir werden heuer nicht in die Häuser gehen, sondern draußen vor der Türe bleiben. Zudem werden wir das Singen reduzieren bis gar nicht praktizieren. Die Heiligen Drei Könige werden sich heuer eher auf Segenssprüche konzentrieren. Wir werden trotz Abstand und Maske vom Singen abraten“, betont Schaudy. Aber natürlich werden auch die aktuellen Vorgaben der Regierung miteinfließen. Und wie die Situation im Jänner sein wird, kann man derzeit schwer abschätzen. „Wenn es sein muss, werden wir unser Konzept jederzeit anpassen. Wenn es aber zu einem Lockdown kommen sollte, dann müssen wir das in sehr, sehr gestraffter Form machen.“

Hoffen auf Großzügigkeit

Dass die Menschen aufgrund von Corona weder die Türen noch die Geldtaschen öffnen, glaubt Schaudy nicht. „Wir hoffen und glauben, dass die Menschen trotz der schwierigen Situation großzügig sein werden.“ Die Dreikönigsaktion unterstützt jährlich an die 500 Projekte in Afrika und in Lateinamerika. Und das wolle man mit aller Kraft auch weiterhin gewährleisten. Corona hat auch viele andere Probleme in den Hintergrund gerückt und überlagert fast alles derzeit. „Corona hat schon das Blickfeld verschoben. Aber nach und nach merken wir auch, dass sich die Menschen wieder etwas fangen. Zudem ist es auch so, dass vor allen die Menschen in Afrika und Südamerika ganz besonders unter den Auswirkungen der Pandemie leiden.“ Gerade da will die Sternsinger-Aktion auch ansetzen und das auch vermitteln. Die Hilfe ist wichtiger denn je. „Es ist auch schön zu sehen, wie Projekte, die wir seit Jahren unterstützen, Früchte getragen haben. Das gibt Mut und macht zuversichtlich. Ich denke da an das Nähen von Masken und das Produzieren von Seife. Hilfe zur Selbsthilfe mit einem sehr aktuellen Bezug.“

Unterschiede in den Pfarren

Die einzelnen Pfarren spüren trotz aller Widrigkeiten, die es derzeit zu überwinden gilt, dass die Kinder Sternsingen gehen wollen. „Es gibt in manchen Pfarren einen Überschuss an Sternsingern und in anderen einen Mangel. Aber das muss nicht unbedingt mit der Corona-Situation in Verbindung stehen.“
Auch Pastoralamtsleiter Martin Fenkart ist davon überzeugt, dass die Aktion trotz aller Schwierigkeiten sicher über die Bühnen gehen kann. „Es wird ja jetzt einige Dinge bis Weihnachten und darüber hinaus geben, wo wir vorsichtig sein müssen. Ob das nun das Martinsfest ist, der Nikolaus, Weihnachten oder eben die Dreikönigsaktion.“ Dadurch, dass das alles vom derzeitigen Standpunkt aus geschehe, müsse man flexibel bleiben. „Denn es kann zwei Tage davor plötzlich alles anders sein. Das darf und können wir nicht außer Acht lassen“, ergänzt Fenkart. Aber diese Dinge benötigen eine Vorlaufzeit. Somit ist es wichtig, dass es ein Konzept gibt und Wege aufgezeigt werden.

Nikolaus 2020 – jeder muss seinen eigenen Bart mitbringen

Der gütige Mann mit dem weißen Bart, dem Stab und der Bischofsmütze wird auch in diesem Dezember wieder unterwegs sein. So viel steht schon mal fest. Corinna Peter von der Jungen Kirche ist aber noch vorsichtig. „Es ist noch Zeit bis dahin. Es gibt aber bereits diverse Ideen. Der Nikolaus wird sich auf jeden Fall an die Maßnahmen und Empfehlungen der Regierung halten“, betont Peter.

„Ganz klar ist: Sollte es einen Lockdown geben, wird sich auch der Nikolaus daran halten müssen.“

Corinna Peter,
Junge Kirche

Empfehlungen

Wie das dann genau aussehen wird, gilt abzuwarten. Maske wird er aber eher keine tragen. „Es wird empfohlen, dass jeder Nikolaus seinen eigenen Bart mitbringt und verwendet“, ergänzt Peter. Ansonsten reichen die Ideen vom Online-Nikolaus bis hin zu fixen Nikolaus-Stehplätzen in den Dörfern oder Gemeinden. Dort kann man sich dann als Familie anmelden und bekommt ein fixes Zeitfenster.

Die alternative Ideenpalette ist breit gefächert. „Wir denken da schon auch an Nikolaus-Hausbesuche, vor allem dort, wo es Balkone und Terrassen gibt. Der Abstand ist auch im Freien wichtig.“ Je nachdem, wie die Regelungen Anfang Dezember aussehen, werden die Maßnahmen angepasst. „Wir haben im Vorfeld versucht, kreativ zu sein und unterschiedliche Szenarien durchgespielt. Ganz klar ist: Sollte es einen Lockdown geben, wird sich auch der Nikolaus daran halten müssen.“ Das Singen wird, wie auch bei den Sternsingern, soweit es möglich ist, reduziert. „Aber vor der Haustüre können die Kinder gerne ein Sprüchlein aufsagen. Das sollte mit Abstand auf jeden Fall möglich sein. Die Nikoläuse werden generell gebeten, dass die Kinder nicht wie sonst üblich den Stab oder das Buch halten sollen“, so Peter.

Der Nikolaus kommt auch in diesem Jahr. Wie genau, wird sich zeigen und hängt nicht zuletzt von der Corona-Situation Anfang Dezember ab. <span class="copyright">Junge Kirche Vorarlberg</span>
Der Nikolaus kommt auch in diesem Jahr. Wie genau, wird sich zeigen und hängt nicht zuletzt von der Corona-Situation Anfang Dezember ab. Junge Kirche Vorarlberg

Schulung

Zudem findet am 10. November eine Nikolausschulung statt. Dort bekommen die Nikoläuse wichtige Tipps und Infos mit auf den Weg. Denn nicht nur die Eltern und Kinder sind mitunter ratlos. „Viele Nikoläuse wissen derzeit nicht, wie sie das Ganze angehen werden. Da herrscht große Unsicherheit“, so Peter.
Kurz vor dem 6. Dezember werden dann die aktuellen Regierungsregelungen in die Richtlinien eingearbeitet. „Jeder Nikolaus muss sich daran halten.“ Für die katholische Jugendbewegung ist es wichtig, dass gerade in diesem Jahr der Nikolaus trotzdem kommt. Denn er gilt auch als der Schutzpatron der Kinder.

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