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Die Gastro-Branche “trauert”

29.10.2020 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolische Beisetzung vor dem Landhaus. <span class="copyright">paulitsch</span>
Symbolische Beisetzung vor dem Landhaus. paulitsch

Demo in Bregenz – Wirte fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Mit einem Trauermarsch und einer symbolischen Beisetzung samt Kranz, Grabkerzen, selbstgezimmertem Sarg und Elton Johns „Candle in the Wind“ machten Gastronomen, Hoteliers sowie deren Mitarbeiter und Zulieferer auf ihre „existenziell bedrohliche Lage“ aufmerksam. Der Protestzug, dem sich laut Organisatoren mehr als 350 Menschen anschlossen, führte vom Hafen bis zum Landhaus.

“Nicht Problem, sondern Teil der Lösung”

Wirt und Organisator Gabriel Venturiello, der auf dem Landhaus-Vorplatz das Megafon ergriff, forderte, dass die Politik die Branche künftig mehr einbeziehen solle. „Wir sind nicht das Problem, wir sind Teil der Lösung“, sagte der Dornbirner Gastronom. Stefan Köb, stellvertretender Wirtschaftskammer-Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft, ergänzt im NEUE-Gespräch, dass die Branche Planungssicherheit brauche und es im Falle von weiteren Einschränkungen Alternativen geben müsse.

Scharfe Zurufe

Die Landesräte Martina Rüscher, Christian Gantner und Marco Tittler stellten sich der Menge. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Die Landesräte Martina Rüscher, Christian Gantner und Marco Tittler stellten sich der Menge. Paulitsch

Am Landhaus-Vorplatz übergab Demo-Organisator Venturiello eine Petition an Landesrat Christian Gantner. Gantner (ÖVP) trat mit seinen Amtskollegen Martina Rüscher und Marco Tittler vor die Menge. Der Wirt fordert, dass die Politik gemeinsam mit der Gastronomie an Lösungen arbeiten müsse, anstatt die Branche ständig als schwarzes Schaf hinzustellen. Die Arbeitsplätze Tausender Menschen stünden auf dem Spiel. Gantner zeigte Verständnis für die schwierige Situation und versprach, „im Gespräch zu bleiben“. Einzelne Demonstranten quittierten das Statement mit teils scharfen Zwischenrufen. Zu hören war etwa „Hör’ auf zu lügen!“, „Schluss mit den Ausreden!“ oder „Alles auswendig gelernt!“.
Unterstützt werden die Forderungen der Wirte von der FPÖ und der Jungen SPÖ. Sie sprechen von „unzumutbaren Zuständen“.