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Ehemann stahl ihre Hochzeitsgeschenke

29.10.2020 • 18:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Der Gattin Schmuck im Wert von 10.000 Euro geklaut.

Seine Gattin hat der Privatangeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen bestohlen. Demnach hat der Noch-Ehemann seiner Frau Goldschmuck geklaut. Dabei handelt es sich um ihre Hochzeitsgeschenke. Der aktuelle Wert des Diebesguts wurde beim Strafprozess am Bezirksgericht Dornbirn mit 10.000 Euro beziffert. Für den Diebstahl wurde der Unbescholtene mit gutem Einkommen zu einer teilbedingten Geldstrafe von 7200 Euro (240 Tagessätze zu je 30 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1800 Euro (60 Tagessätze). 5400 Euro (180 Tagessätze) wurden ihm für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil, mit dem auch der Privatangeklagte einverstanden war, ist rechtskräftig.

Schaden ersetzen

Zudem wurde der noch verheiratete Mann vom Strafgericht dazu verpflichtet, seiner Gattin den entstandenen finanziellen Schaden von 10.000 Euro zu ersetzen. Darüber hinaus hat er für die Prozess­kosten aufzukommen.
Der Ehemann hat einen schweren Diebstahl begangen. Schuldig gesprochen wurde er aber nicht wegen des Vergehens des schweren Diebstahls mit einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Gefängnis. Stattdessen erfolgte der Schuldspruch nach Paragraf 166 des Strafgesetzbuches. Der Straftatbestand nennt sich Begehung im Familienkreis.

Zusammenleben erleichtern

Die Spezialbestimmung kommt im Strafrecht bei kleineren Vermögensdelikten unter Familienangehörigen zur Anwendung. Wenn Täter und Opfer Familienmitglieder sind, werden geringere Strafen verhängt. Damit will der Gesetzgeber das Zusammenleben von betroffenen Familienmitgliedern nach Strafprozessen erleichtern. Für das Vergehen der Begehung im Familienkreis beträgt die mögliche Höchststrafe drei Monate Haft oder eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen. Wenn die Straftat sonst mit bis zu drei oder mehr Jahren Gefängnis bedroht wäre, beläuft sich der Strafrahmen auf bis zu sechs Monate Gefängnis oder 360 Tagessätze.

Selbst die Initiative ergreifen

Nach kleineren Vermögensdelikten innerhalb einer Familie muss das Opfer die Strafverfolgung des Täters verlangen und nötigenfalls selbst die Initiative ergreifen. So trat die bestohlene Ehefrau anstelle der Staatsanwaltschaft als Privatanklägerin auf. Quasi als Staatsanwältin, nämlich als Privatanklagevertreterin, fungierte ihre Feldkircher Rechtsanwältin Serpil Dogan. Im strafrechtlichen Privatanklageverfahren wurde aus dem Angeklagten ein Privatangeklagter.

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