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Weniger Frauen an der Gemeindespitze

29.10.2020 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Frederik Sams</span>
Frederik Sams

Gemeindewahl brachte neue Bürgermeister in 29 Gemeinden.

Zu einem Rückgang des Frauenanteils im Bürgermeisteramt hat die Gemeindewahl am 13. September geführt. Waren vor dem Urnengang noch in acht von 96 Kommunen Bürgermeisterinnen an der Spitze, so ist das nunmehr lediglich in sechs Gemeinden der Fall. In der Direktwahl haben sich die Amtsinhaberinnen Angelika Schwarzmann (Alberschwende), Andrea Kaufmann (Dornbirn) und Katharina Wöß-Krall (Rankweil) durchgesetzt. In Raggal wurde Alexandra Martin von den Stimmberechtigten zur neuen Gemeindechefin gekürt. In zwei Kommunen ohne Bürgermeisterdirektwahl wurden die Ortschefinnen von der Gemeindevertretung gewählt. So wurde Bianca Moosbrugger-Petter in Reuthe in ihrem Amt bestätigt. In Lingenau trat Carmen Steurer die Nachfolge von Annette Sohler an.

Stichwahl verloren

Drei Gemeindechefinnen haben sich nach dem Urnengang aus dem Amt verabschiedet. In Hard verlor Evi Mair (ÖVP) die Stichwahl gegen ihren SPÖ-Herausforderer Martin Staudinger. Judith Schilling-Grabher (Bildstein) und Luzia Martin-Gabriel (Sonntag) waren nicht mehr zur Wahl angetreten. In Schlins hatte Bürgermeisterin Gabriele Mähr bereits im Juni ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen an den bisherigen Vizebürgermeister Roman Dörn übergeben.

Neue Bürgermeister im Bezirk Bludenz

Erich Kaufmann (Blons)

Simon Tschann (Bludenz)

Martin Konzet (Bludesch)

Klaus Bitschi (Brand)

Daniel Sandrell (Gaschurn)

Stefan Jochum (Lech)

Andreas Batlogg (Lorüns)

Martin Schanung (Ludesch)

Alexandra Martin (Raggal)

Stefan Nigsch (Sonntag)

Helmut Pechhacker (St. Anton im Montafon)

Insgesamt hat die Wahl am 13. September in 29 Kommunen zu einem Wechsel auf dem Chefsessel geführt – teilweise war die Änderung geplant, teilweise kam diese überraschend. Unerwartete Ergebnisse gab es vor allem in so mancher Direktwahl. Dazu zählt sicherlich die Tatsache, dass es in Lochau mit Frank Matt erstmals überhaupt einen Bürgermeister der Grünen in Vorarlberg gibt. Auch die Abwahl von Ludwig Muxel in Lech oder von Evi Mair in Hard war nicht unbedingt erwartet worden.

Weniger überraschend waren dagegen die Bürgermeister-Wechsel etwa in Altach, Gaschurn, Schnifis oder Bezau. Dort sind die bisherigen Amtsinhaber nicht mehr zur Direktwahl angetreten.

Neue Bürgermeister im Bezirk Bregenz

Hubert Graf (Bezau)

Walter Moosbrugger (Bildstein)

Norbert Greussing (Bizau)

Michael Ritsch (Bregenz)

Peter Böhler (Fußach)

Martin Staudinger (Hard)

Andreas Kresser (Hörbranz)

Thomas Konrad (Langenegg)

Carmen Steurer (Lingenau)

Frank Matt (Lochau)

Josef Anton Schmid (Schwarzenberg)

Lukas Schrattenthaler (Sulzberg)

Die meisten Neulinge unter den Gemeindechefs gibt es übrigens im Bezirk Bludenz. Dort sind elf von 29 Bürgermeistern neu in ihrem Amt. Recht neu in seiner Rolle ist auch das Vandanser Gemeindeoberhaupt Florian Küng. Er hat den Chefsessel erst am 28. April von seinem Vorgänger Burkhard Wachter übernommen. In der Direktwahl am 13. September setzte er sich mit 66,3 Prozent gegen Herausforderer Markus Pfefferkorn (33,7 Prozent) durch.

Zwölf neue Bürgermeister gibt es im Bezirk Bregenz (40 Gemeinden), sechs Neulinge sind es im Bezirk Feldkirch (24 Gemeinden). Keine Änderungen gab es dagegen im Bezirk Dornbirn. In der Stadt Dornbirn, in Hohenems und Lustenau regieren weiter die bisherigen Amtsinhaber.

Von Gemeindevertretung gewählt

Nicht in allen Gemeinden ist der Bürgermeister bereits am 13. September gekürt worden. Denn in 31 Kommunen gab es keinen Kandidaten und keine Kandidatin. Das Vorarlberger Gemeindegesetz sieht für diesen Fall vor, dass die Gemeindevertretung in ihrer konstituierenden Sitzung den neuen Ortschef aus ihrer Mitte wählt. Mittlerweile ist dieser Prozess in allen Kommunen abgeschlossen. Nur in wenigen Gemeinden – wie etwa in St. Gerold – gab es dabei mehrere Kandidaten für das Bürgermeis­teramt.

Neue Bürgermeister im Bezirk Feldkirch

Markus Giesinger (Altach)

Simon Morscher (Klaus)

Gert Mayer (Satteins)

Wolfgang Lässer (Schlins)

Simon Lins (Schnifis)

Jürgen Bachmann (Zwischenwasser)

Vielfach wurde der Amtsinhaber mit deutlicher Mehrheit bestätigt oder es fand sich nur ein Bewerber für das Amt, der dann ebenfalls klar gewählt wurde. In St. Gerold setzte sich Amtsinhaber Alwin Müller in der Wahl mit sechs zu drei Stimmen gegen Herausforderer Rupert Nigsch durch.

Dienstältester Bürgermeister Österreichs

Weiterhin im Amt ist übrigens der aktuell dienstälteste Bürgermeister Österreichs. Georg Bantel lenkt seit dem Jahr 1980 die Geschicke in der Gemeinde Möggers. Beim Urnengang am 13. September wurde er von den Wahlberechtigten als klare Nummer Eins in die Gemeindevertretung gewählt. Bantel erhielt dabei 263 Vorzugsstimmen. In der 523-Seelen-Gemeinde gab es 431 Wahlberechtigte, von denen 326 ihre Stimme abgaben. Eine Bürgermeisterdirektwahl gab es nicht.

Vizebürgermeister nach dem ersten Antreten

Bantel wurde daher erst in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am 25. September erneut zum Gemeindeoberhaupt gekürt. Das Amt des Vizebürgermeisters bekleidet in Möggers Lukas Greussing, der gleich bei seinem ersten Antreten in der Gemeindewahl 215 Vorzugsstimmen erhielt.

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