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15-Jähriger Geld für Sex angeboten

02.11.2020 • 21:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Hartinger

Unbescholtener 35-Jähriger fasste teilbedingte Geldstrafe aus.

In einer Tiefgarage im Bezirk Bludenz hat der 35-jährige Deutsche nach Überzeugung des Richters am 3. August einem 15-jährigen Mädchen 350 Euro für Sex angeboten. Das trug dem Angeklagten am Montag beim Strafprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen ein. Dafür wurde der unbescholtene Arbeitslose zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2160 Euro (540 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1620 Euro. 540 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der ohne Verteidiger erschienene Angeklagte und Staatsanwalt Simon Mathis nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Mit Freunden am Bahnhof getroffen

Richter Martin Mitteregger hielt die belastenden Aussagen der 15-Jährigen für glaubwürdig. Sie gab als Zeugin auch vor Gericht an, sie habe sich an jenem Sommertag mit Freunden an einem Bahnhof getroffen. Danach habe sie noch zum Arbeitsplatz ihres Vaters fahren wollen. Sie sei in der Tiefgarage bei ihrem Moped gestanden, als der Angeklagte ihr mehrfach 350 Euro für gemeinsamen Sex angeboten habe. Sie habe stets abgelehnt. Der Mann habe dann die Tiefgarage verlassen.

Verdächtigen in Linienbus gesehen

Vor der Tiefgarage habe sie einen Polizisten getroffen und ihm von dem Vorfall erzählt, berichtete die Jugendliche. Wenige Minuten später habe sie den Beschuldigten in einem Linienbus gesehen. Polizisten hätten ihn sofort kontrolliert. Über seinen Ausweis habe sie ihn identifiziert. Bei einer Gegenüberstellung vor Gericht sagte die Zeugin während der Hauptverhandlung, der Angeklagte sei der Täter gewesen.

Keine Erinnerung mehr

Der Angeklagte, der als Saisonarbeiter in Vorarlberg tätig gewesen ist, bestritt den Tatvorwurf. Er habe zwar wegen seiner Alkoholisierung keine Erinnerung mehr an den angeklagten Vorfall. Aber er wisse mit Sicherheit, dass er nichts getan habe. Ihre Anschuldigungen bezeichnete der Deutsche als pubertäres Verhalten. Richter Mitteregger hingegen beschrieb die leugnende Verantwortung des Angeklagten als Verdrängungsmechanismus.

Bis zu drei Jahre Gefängnis

Weil es beim Versuch und ohne Übergriffe geblieben sei, sei eine Haftstrafe nicht notwendig, merkte der Strafrichter in seiner Urteilsbegründung an. Wer einer Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren bezahlten Sex anbietet, wird mit bis zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

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