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Zweiter Freispruch von Stalking für Ex-Freund

02.11.2020 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Symbolbild/Klaus Hartinger

Landesgericht nicht überzeugt, dass Angeklagter Ex-Freundin verfolgte.

Als angeklagter Stalker seiner Ex-Freundin wurde der unbescholtene türkische Staatsbürger aus dem Bezirk Bludenz am Landesgericht Feldkirch in beiden Strafprozessen im Zweifel freigesprochen. Im ersten Prozess war die Strafrichterin bei der Gerichtsverhandlung im Dezember 2018 nicht davon überzeugt, dass der Angeklagte nach der im Juli 2018 erfolgten Trennung seine Ex-Freundin monatelang beharrlich verfolgt hat. Beim nunmehrigen zweiten Prozess war für den Richter nicht zweifelsfrei erwiesen, dass der Angeklagte seine frühere Freundin zwischen Dezember 2018 und Dezember 2019 unzumutbar belästigt hat. Sein Urteil ist nicht rechtskräftig.

Nicht eindeutig zuzuordnen

Im nunmehrigen Strafantrag der Staatsanwaltschaft Feldkirch wurde dem 41-Jährigen vorgeworfen, er sei der 39-Jährigen seit seinem Freispruch vom Dezember 2018 im Monat zwei Mal nachgegangen. Zudem habe er sie mit Telefonanrufen und SMS mit vier verschiedenen Nummern mehrmals in der Woche gegen ihren Willen kontaktiert. Und er habe sie im Facebook mit vier verschiedenen falschen Profilen mit anderen Namen angeschrieben. So habe er sich auch als „Jacqueline List“ ausgegeben.
Für Richter Georg Furtschegger waren aber die anonymen Anrufe und SMS nicht eindeutig dem Angeklagten zuzuordnen. Außerdem seien die Angaben des Beschuldigten, er sei ihr nur zufällig vor ihrer Wohnung und in Geschäften begegnet, nicht zu widerlegen. Des Weiteren entspreche die Anzahl der mit Screenshots dokumentierten Anrufe nicht der für die Erfüllung des Tatbestandes erforderlichen Intensität.
Die 39-jährige Frau sagte vor Gericht als Zeugin, sie wisse deshalb, dass der Angeklagte die anonymen Sprachnachrichten und Facebooknachrichten verfasst habe, weil nur der Angeklagte und sie über die dabei angesprochenen Inhalte Bescheid gewusst hätten.
Der Angeklagte ist zur mehrmals vertagten Gerichtsverhandlung wiederum nicht erschienen. Nun wurde in seiner Abwesenheit verhandelt. Vor der Polizei hat der Beschuldigte die Vorwürfe bestritten.

Verschwundene Katze

Der neue Freund der 39-Jährigen merkte als Zeuge an, das Ende von Liebesbeziehungen sei zu akzeptieren. Darauf dürfe man nicht mit Stalking reagieren.
Die Ex-Freundin des Angeklagten behauptete während der Hauptverhandlung, der Beschuldigte sei sogar so weit gegangen, dass er ihre Katze von ihrer Terrasse gestohlen habe. Wie sie auf diese Vermutung kommt? Sie habe ihre verschwundene Katze vor dem Wohnungsfenster des Angeklagten gesehen.

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