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Integriert: Afghane darf doch bleiben

13.11.2020 • 19:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

23-Jähriger ist Lehrling und engagiert sich im Vereinssport.

In erster Instanz hat das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) 2018 entschieden, dass der Asylwerber Österreich verlassen muss und nach Afghanistan abgeschoben werden darf. In zweiter Instanz aber hat das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) nun dem 23-jährigen Afghanen erlaubt, vorläufig weiterhin in Öster­reich zu leben. Dem von German Bertsch anwaltlich vertretenen Geflüchteten wurde aus humanitären Gründen nach dem Asylgesetz eine „Aufenthaltsberechtigung plus“ erteilt.
Denn der in Vorarlberg lebende Ausländer ist nach Ansicht der Richterin in Österreich gut integriert und hat keinen Bezug mehr zu seinem Heimatland Afghanistan. Er absolviere eine Lehre als Maurer und sei als Sportler in einem Leichtathletikverein bereits zwei Mal Vorarlberger Meis­ter geworden, heißt es in der gerichtlichen Entscheidung. Er pflege soziale Kontakte zu Berufs- und Sportkollegen. Damit liege ein schützenswertes Privatleben des Afghanen in Österreich vor.

Seit sechs Jahren in Österreich

Zudem lebe der 2014 illegal eingereis­te Fremde bereits seit sechs Jahren in Österreich. Er sei unbescholten, da er 2018 am Landesgericht Feldkirch als Angeklagter freigesprochen worden sei. Und er verfüge über gute Deutschkenntnisse. Ihn treffe keine Schuld an der überlangen Verfahrensdauer. Aus all diesen Gründen würden die privaten Interessen des Afghanen am Leben in Österreich die öffentlichen Interessen an der Beendigung seines Aufenthalts im Bundesgebiet überwiegen, meint das Bundesverwaltungsgericht.
Der Afghane hat akzeptiert, dass ihm das BFA kein Asyl gewährt hat, keinen subsidiären Schutz und keine Aufenthaltsberechtigung aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen. Aber sein Anwalt hat vor Gericht mit Erfolg auf das humanitäre Bleiberecht wegen guter Integration hingewiesen.
Vor dem BFA gab der Afghane an, er befürchte Verfolgung durch die Taliban, die er in Afghanistan mit seiner Flucht verlassen habe.

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