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Twitter-Post sorgte für Ärger

16.11.2020 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gewitterstimmung herrschte zwischen Johannes Rauch (r.) und Landeshauptmann Markus Wallner (l.). <span class="copyright">Hartinger</span>
Gewitterstimmung herrschte zwischen Johannes Rauch (r.) und Landeshauptmann Markus Wallner (l.). Hartinger

Landesrat Johannes Rauch äußerte sich zu Schulschließungen.

Für Aufregung hat am Wochenende ein Twitter-Posting von Grünen-Landesrat Johannes Rauch gesorgt. Der Politiker hatte am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst folgendes Statement gepostet: „Klartext: Wenn Lockdown verschärft wird, kann es nicht sein, dass zwar alle Schulen schließen, aber Produktionsbetriebe weiterlaufen. Entweder so wie Israel (ALLES dicht für 2 Wochen) oder KiBe u Unterstufe offen! Alles andere nicht argumentierbar #COVID19 #Schulschliessungen.“ Wenig Freude hatten damit Vertreter der Wirtschaft sowie die Verantwortlichen der ÖVP.

Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler warf Rauch fehlende Wirtschaftskompetenz vor, wenn er eine Schließung der Produktionsbetriebe fordere. Zudem verstehe der Landesrat „offensichtlich nicht den Kreislauf von Unternehmertum und unserer Lebensqualität“. Ähnlich äußerte sich Industrie-Spartenobmann Markus Comploj. Er lud Rauch ein, einen Produktionsbetrieb zu besuchen, um sich ein Bild davon zu machen, wie in Corona-Zeiten gewirtschaftet werde. Seitens der Neos gab es sogar eine Rücktrittsaufforderung an den Landesrat. Auch vom Koalitionspartner gab es für Rauch einen Rüffel. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sprach sich entschieden gegen eine Schließung von Produktionsbetrieben aus und empfahl seinem Regierungskollegen im Gespräch mit vol.at weniger zu twittern und mehr zu arbeiten.

CEOs meldeten sich bei Rauch

Am Montag meldete sich Rauch dann mit einer Klarstellung zu Wort. In einem offenen Brief an die Verantwortlichen der Wirtschaftskammer erklärte er, keine Schließung der Produktionsbetriebe gefordert zu haben. Vielmehr habe er sich zur Debatte um die Schulschließungen zu Wort gemeldet. Allerdings sei sein Posting dann medial zu einer Forderung nach Betriebsschließungen gemacht worden. Zudem habe es keine Kontaktaufnahme von Journalisten gegeben. Allerdings hätten sich bereits am Freitag zwei CEOs großer Vorarlberger Unternehmen bei ihm gemeldet. „Da waren allfällige Unklarheiten dann auch innerhalb von fünf Minuten ausgeräumt“, betonte Rauch in seinem offenen Brief an die Kammer-Verantwortlichen.

Ich pflege zur Vorarlberger Wirtschaft intensive Kontakte und mache mir regelmäßig ein Bild vor Ort.

Johannes Rauch in seinem offenen Brief

Der Landesrat zeigt sich in dem Schreiben überrascht und verärgert über die Vorwürfe seitens der Wirtschaftskammer. Er pflege zur heimischen Wirtschaft „intensive Kontakte und mache mir auch regelmäßig ein Bild vor Ort“. Beim ersten Besuch von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) im Land sei er mit diesem auch in zwei Vorarl­berger Leitbetrieben gewesen. Dabei sei es das Ziel gewesen, mehr über die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie für die Produktionsfirmen zu erfahren.

In seinem Twitter-Posting habe er sich dafür starkgemacht, dass die Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geöffnet bleiben. Denn dies sei auch für die Wirtschaft wichtig. Rauch appellierte an die Verantwortlichen der Kammer, sich in dieser Frage deutlicher zu positionieren. Zudem zeigte er sich für einen weiteren Austausch offen.

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