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Drohung mit Messerstich

17.11.2020 • 18:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Symbolbild/Klaus Hartinger

Bruder des Vermieters probierte Mietrückstände einzutreiben.

Der Ärger über die angefallenen Mietrückstände sei verständlich, sagte Richter Martin Mitteregger in seiner Urteilsbegründung. Allerdings habe der Angeklagte auf seine Wut mit einer Straftat reagiert, nämlich mit einer versuchten Nötigung. Dafür wurde der unbescholtene Arbeiter mit dem Nettoeinkommen von 1950 Euro am Landesgericht zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2700 Euro (180 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 675 Euro und damit ein Viertel der Sanktion. 2025 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der eine Freispruch beantragende Angeklagte meldete sofort volle Berufung gegen die erstin­stanzliche Entscheidung an, die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Nun wird in zweiter Instanz das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) entscheiden. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahre Gefängnis gewesen.

Nach Ansicht des Richters hat der 32-jährige Afghane in Dornbirn zu einem Nigerianer gesagt, er könne ihm ein Messer in den Bauch stechen. So soll der angeklagte Bruder des Vermieters den afrikanischen Wohnungsmieter zur Zahlung der Mietrückstände zu zwingen versucht haben.

Tatvorwurf bestritten

Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf. Aber der Richter hielt nur die belastenden Angaben des mutmaßlichen Opfers für glaubwürdig. Der säumige Wohnungsmieter hat sofort nach dem behaupteten Vorfall Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Nigerianer sagte, er sei ins Auto der beiden Afghanen eingestiegen. Dort habe der Beschuldigte ihn verbal bedroht. Wegen 400 Euro an offener Miete werde er wohl niemanden umbringen, habe er zum Afghanen gesagt, gab der Nigerianer zu Protokoll. Der Beschuldigte habe daraufhin erwidert, er würde auch schon wegen einem Euro jemanden töten.

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