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Vereinsobmann veruntreute Gelder

18.11.2020 • 19:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Prozess fand am Mittwoch am Landesgericht statt. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Der Prozess fand am Mittwoch am Landesgericht statt. Klaus Hartinger

Der 65-Jährige kam mit einer teilbedingten Geldstrafe davon.

Der Obmann von zwei Vereinen aus dem Unterland hat zwischen Jänner 2016 und April 2020 insgesamt 26.117,87 Euro veruntreut. Dafür wurde der unbescholtene Pen­sionist am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1280 Euro (320 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 680 Euro. Die anderen 680 Euro wurden ihm für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen.
Das milde Urteil, das der Angeklagte und auch Staatsanwalt Markus Fußenegger akzeptierten, ist allerdings noch nicht rechtskräftig – weil der Angeklagte vor Gericht keinen Anwalt hatte, erhält er drei Tage Bedenkzeit.

Veruntreuung

Der Schuldspruch erfolgte wegen des Vergehens der Veruntreuung. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet rund fünf Monaten Haft. Der Pflegeheimbewohner wurde zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet: 13.696,28 Euro an einen Selbsthilfeverein für Kranke, 12.421,59 Euro an die Ortsstelle eines Verbandes, der sich für Familien einsetzt. Zudem hat der 65-Jährige den veruntreuten Betrag der Republik Österreich als sogenannten Verfall zukommen zu lassen. Von dieser Verpflichtung wird er befreit, wenn er die Schadenersatzzahlungen an die geschädigten Vereine leistet.
Der geständige Angeklagte gab zu, er habe von den Bankkonten der Vereine immer wieder Geld behoben und für private Zwecke verwendet. Damit habe er seine Spielsucht mitfinanziert. Bankmitarbeiter gingen nach 450 Geldbehebungen Ungereimtheiten nach. Daraufhin erstattete der Beschuldigte Selbstanzeige.

Geständig

Der Angeklagte war in der Gerichtsverhandlung reumütig geständig. Zuvor hatte er sich bei einem der Vereine bei den Mitgliedern bereits schriftlich für sein Fehlverhalten entschuldigt. Für die Rückzahlung will er entweder einen Bankkredit aufnehmen oder seine Wohnung verkaufen.

Erschwernisgründe

Als Erschwerungsgründe wertete Richter Andreas Böhler, dass der Vereinsobmann seine besondere Vertrauensstellung missbraucht, seine Straftaten über einen längeren Zeitraum begangen und einen beträchtlichen Schaden angerichtet hat.
Der Vertreter des geschädigten Selbsthilfevereins sagte vor Gericht, der Bank hätten die vielen der letztlich 450 Geldbehebungen viel früher auffallen müssen. Aber das Geldinstitut habe eine Mithaftung für den entstandenen Schaden abgelehnt.

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