Allgemein

Rappenloch: Sprengung und Räumung

19.11.2020 • 05:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hochwassersicherheit und Trinkwasserversorgung sind derzeit nicht gewährleistet.<span class="copyright">Stadt Dornbirn</span>
Hochwassersicherheit und Trinkwasserversorgung sind derzeit nicht gewährleistet.Stadt Dornbirn

Grundsatzbeschluss ohne Neos gefasst.

Bereits im März diesen Jahres hat sich erneut ein Felssturz in der Rappenlochschlucht in Dornbirn ereignet. Seitdem liegt das Geröll an der engsten Stelle etwa 30 Meter hoch, die Sicherheit bei Hochwasserereignissen ist für die Stadt längst nicht mehr gewährleistet. Bereits im vergangenen Juni kam es zu einer Flutwelle in der Dornbirner Ache, als sich in der Nacht ein „Pfropf“ aus der Felsmasse lös­te. Dabei wurde auch die Furt überschwemmt.
„Würde sich das bei Badewetter und einem starken Gewitter im Ebniter Tal wiederholen, wären viele Erholungssuchende in der Dornbirner Ach akut gefährdet“, gab Vizebürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) in der jüngsten Sitzung der Dornbirner Stadtvertretung zu bedenken. Darüber hinaus könnte bei weiteren Flutwellen der jetzt noch stabile linke Hang der Schlucht unterspült werden. Dann sei auch ein Felssturz auf dieser Seite nicht mehr auszuschließen. Kurz: Es bestehe dringend Handlungsbedarf.

Vizebürgermeister Markus Fäßler (SPÖ). <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Vizebürgermeister Markus Fäßler (SPÖ). Klaus Hartinger

Der Plan ist, labile Felspartien im Rappenloch zu sprengen, anschließend soll die Schlucht geräumt und eine gesicherte Abflusssektion hergestellt werden.
Die geschätzten Kosten für die Sicherungsmaßnahmen liegen bei etwa 1.550.000 Euro. Demgegenüber stehen die Erlöse aus dem Gesteinsmaterial in einer Höhe von circa 800.000 Euro.
Den Vertretern der Neos sind diese Angaben zu vage und ungenau. Sie befürchten ein „davongalloppieren der Kosten“, sagte Neos-Stadtvertreter Wolfgang Fässler. Die Qualität des Kostenvoranschlags reiche für eine Zustimmung nicht aus.

Neos-Vertreter Wolfgang Fässler. <span class="copyright">Neos</span>
Neos-Vertreter Wolfgang Fässler. Neos

Beschluss

Fachexperten haben laut Stadtrat mehrere Varianten zur Hochwassersicherheit für das Stadtgebiet geprüft. Im Rahmen dessen habe sich auch gezeigt, dass die Trinkwasserleitung aus dem Ebniter Tal gesichert werden muss, berichtete der Vizebürgermeister. Darüber hinaus sei bei Sprengungen und vor allem bei Naturereignissen nie genau vorhersehbar, was passiert und wie sich dadurch die Kostensituation entwickelt. Die Sicherheit gehe jedenfalls vor. Der Grundsatzbeschluss wurde ohne die Neos gefasst.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.