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Hotels vermutlich erst im Jänner offen

20.11.2020 • 20:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
2700 Gastronomie- und Hotelbetriebe von Lockdown betroffen. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
2700 Gastronomie- und Hotelbetriebe von Lockdown betroffen. Symbolbild/Shutterstock

Gastronomie und Hotellerie bezweifeln schnelle Öffnung.

Lockdown, pauschale Reisewarnungen, strenge Quarantänebestimmungen: Die Corona-Krise hat die heimische Gastro- und Hotelbranche infiziert. Ob die Betriebe am 7. Dezember wieder öffnen dürfen, ist höchst ungewiss. Damit ist auch unklar, wann die Wintersaison in Vorarlberg startet und zu welchem Zeitpunkt die Hotels wieder aufsperren.
„Die Situation für unsere rund 2700 Vorarlberger Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe ist extrem bitter“, schildert Spartenobmann Markus Kegele die aktuelle Situation. Die gesamte Branche sei bereits seit Monaten blockiert und teils komplett gesperrt. „Wir wissen angesichts von Reisewarnungen und Infektionsgeschehen derzeit überhaupt noch nicht, wie es im Dezember und Jänner weitergeht, aus diesem Grund arbeiten wir derzeit auf allen Ebenen mit Hochdruck daran, dass die Politik unsere bereits ausgearbeiteten Lösungsansätze endlich hört, richtig versteht und dann konsequent umsetzt.“
Unter den gegebenen Umständen sei eine Öffnung allerdings ohnehin unmöglich – neben Deutschland würden auch die Gäste aus den Niederlanden und Übersee ausbleiben. Von Urlaubern aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein allein könne man aber nicht leben. „Aktuell liegt die Auslastung zwischen 10 und 30 Prozent“, so Kegele. Der Spartenobmann gab auch zu bedenken, dass ein Aufsperren im Dezember zu einem dritten Lockdown Ende Jänner führen könnte: „Das wäre der Super-Gau, dann wäre die Wintersaison vorbei.“ Er hoffte viel mehr, dass viele der Restriktionen bis Mitte Jänner fallen, „und wir dann loslegen können“.

Appell

Angesichts der düsteren Aussichten appellierten die obersten Branchenvertreter ges­tern im Rahmen einer Online-Pressekonferenz an die Solidarität der Vorarlberger Betriebe und Bevölkerung. Unterstützt werden könne die Branche etwa mit dem Kauf von Gutscheinen. Die WKV-Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft hat aus diesem Grund die Gutschein-Aktion „vorarlberg isst…“ auf alle Gastro-Betriebe und unter dem Motto „vorarlberg urlaubt…“ auch auf die Hotellerie ausgeweitet. Die bereits etablierten „vorarlberg isst…“-Gutscheine können künftig in allen Gastronomie-Betrieben des Landes eingelöst werden. Bisher war das nur bei Mitgliedsbetrieben möglich. „Damit schaffen wir für Unternehmen einen guten Ersatz für betriebliche Weihnachtsfeiern, die heuer höchstwahrscheinlich nicht stattfinden können. Gutscheine sind aber auch als Weihnachtsgeschenk sehr beliebt“, sagt Mike Pansi, Fachgruppenobmann Gastronomie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. 40.500 Gutscheine wurden heuer bereits verkauft, fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr.
Erstmals in Vorarlberg wurde auch ein Hotel-Gutschein ins Leben gerufen. „Es geht jetzt vor allem darum, die hohe Qualität an touristischer Infrastruktur so weit wie möglich zu erhalten“, bittet Kegele um breite Unterstützung.

Weiterbildung

Um die Zeit der Kurzarbeit bestmöglich zu nutzen, arbeiten die Sparte Tourismus und die Fachgruppe Gastronomie gemeinsam mit dem Wifi Vorarlberg intensiv an einem Weiterbildungsprogramm für Lehrlinge sowie junge Köche und Fachkräfte im Servicebereich. Angeboten werden demnächst modular kleine Halbtages- und Tageskurse.