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S18: Schulterschluss in Lustenau

20.11.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Oliver Lerch</span>
Oliver Lerch

Parteien wollen in der S18-Frage gemeinsam auftreten.

Einigkeit wollen die Verantwortlichen der Fraktionen in der Lustenauer Gemeindevertretung in Sachen Bodensee-Schnellstraße S 18 demonstrieren. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs aller Parteienvertreter am Mittwochabend. Man habe sich fast zwei Stunden lang konstruktiv unterhalten, berichtete der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) auf Nachfrage am Donnerstag. In der kommenden Woche werde man sich im Gemeindeblatt auch gemeinsam an die Bevölkerung wenden.

Treffen mit Asfinag-Vertretern

Bei dem Gespräch sei es nicht um konkrete Planungen gegangen. Schließlich habe es seitens der Asfinag noch keine Informationen gegeben. Daher müssten erst einmal alle Fakten auf den Tisch kommen, um sich ein klares Bild über die Entscheidung für die CP- und gegen die Z-Variante machen zu können. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde dann am Donnerstagvormittag gemacht. Fischer traf sich im Bregenzer Landhaus mit dem Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH Alexander Walcher sowie weiteren Vertretern des Unternehmens. Dabei habe es zwar noch keine Detailinformationen gegeben, aber ein „offensives Angebot“ seitens der Asfinag, einen intensiven Dialog mit dem Land, der Region und der Gemeinde Lustenau zu führen, berichtete der Bürgermeister. Es gebe in der Gemeinde durchaus Ängste, dass die Schnellstraße zu einer Barriere zwischen dem Ort und dem Ried als Naherholungsraum werden könnte. Ebenso müssten raumplanerische Fragen und auch die zentralen Anliegen der Kommune berücksichtigt werden.

Überrascht zeigte sich Fischer auch von Zahlen, die die Asfinag-Verantwortlichen in Sachen Entlastungswirkung durch die CP-Variante präsentiert haben. Diese seien höher als in früheren Berechnungen. Umso wichtiger sei es daher, Informationen über den Entscheidungsprozess seitens des Straßenerhalters zu bekommen. Dann könne man sich selbst ein Bild über die Berechnungen und Argumente machen. Eine Sondersitzung der Gemeindevertretung, wie dies die Freiheitlichen als erste Reaktion auf die Trassen-Entscheidung gefordert haben, wird es laut Fischer nicht geben. Es stehe ohnehin bald die nächste reguläre Sitzung an, in der es auch um das Budget für das kommende Jahr geht. Zudem tage in der nächsten Woche bereits der Gemeindevorstand. Im Gespräch am Mittwoch sei eine Sondersitzung auch kein Thema mehr gewesen. Überhaupt hätten sich die Fraktionsvertreter losgelöst von Parteipolitik ausgetauscht. Man wolle gemeinsam die Interessen Lustenaus vertreten.

Seit Jahrzehnten in Diskussion

Die Autobahnverbindung von Vorarlberg in die Schweiz sorgt bereits seit Jahrzehnten für Diskussionsstoff. 2006 war die damalige Variante der S 18 – sie hätte oberirdisch durch die letzte im unteren Vorarlberger Rheintal erhalten gebliebene Ried-Landschaft geführt – vom Verfassungsgerichtshof zu Fall gebracht worden. Seitdem wurde nach einer Alternative gesucht.
Als Optionen blieben schließlich eine 7,5 Kilometer lange ried-querende Straße samt Untertunnelung eines Natura-2000-Schutzgebiets (Variante Z) sowie eine 8,6 Kilometer lange Ostumfahrung von Lustenau (Variante CP) übrig. Im Land wurde dabei Variante Z bevorzugt. Allerdings gab die Asfinag in der Vorwoche bekannt, dass die CP-Variante umgesetzt werden soll. Nur diese habe eine Chance, die notwendigen Genehmigungen zu erhalten. Diese Entscheidung hatte in Lustenau für Aufregung gesorgt.