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Zwei falsche Polizisten hielten 16-Jährigen an

21.11.2020 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Angeklagte gaben sich als Zivilpolizisten aus.

Die beiden Bürger führten eine Verkehrskontrolle mit einer Personenkontrolle durch, ohne dazu befugt zu sein: Zwei Männer aus dem Bezirk Feldkirch gaben sich am 15. Februar in Meiningen vor einem Mopedfahrer als Zivilpolizisten aus und forderten den 16-Jährigen mit Erfolg dazu auf, ihnen seinen Ausweis zu zeigen.

Amtsanmaßung

Die Beschuldigten wurden wegen Amtsanmaßung angeklagt. Beim Strafprozess in dieser Woche am Bezirksgericht Feldkirch kamen die zwei Angeklagten jeweils mit einer Diversion mit einer Geldbuße davon. Der mit einer Vorstrafe belastete 56-Jährige muss dem Gericht 750 Euro bezahlen, der unbescholtene 49-Jährige 550 Euro. Wenn die Angeklagten bezahlen und die Staatsanwaltschaft einverstanden ist, wird Richter Daniel Simma die Strafverfahren einstellen. Dann würde keine Eintragung ins Strafregister erfolgen. Die mögliche Höchststrafe für das Vergehen der Amtsanmaßung beträgt sechs Monate Gefängnis.

Alkoholisierung

„Warum haben Sie das gemacht?“, fragte der Richter mehrfach. Der wegen Fälschung eines Beweismittels vorbestrafte Erstangeklagte sagte, er habe sich wegen seiner bevorstehenden Krebsoperation und seiner leichten Alkoholisierung neben der Spur befunden. Es sei eine Idiotie gewesen, Polizei zu spielen. Der unbescholtene Zweitangeklagte gab zu Protokoll, er und sein Kollege seien nach zwei, drei Bier gut drauf gewesen.

Schlangenlinien

Die Angeklagten behaupteten, sie seien in ihrem Auto hinter dem Mopedlenker unterwegs gewesen. Das Moped vor ihnen sei in Schlangenlinien gefahren. Sie seien davon ausgegangen, dass der Mopedfahrer durch Alkohol oder Drogen beeinträchtigt gewesen seien. Deshalb hätten sie ihn angehalten. Sie hätten dem oft nach hinten zu ihnen blickenden Mopedlenker mit Handzeichen zu verstehen gegeben, dass er rechts neben der Straße stehenbleiben soll. Das habe der junge Mann dann auch getan.

„Zivilist nicht Zivilpolizist“

Die Angeklagten bekannten sich vor Gericht schuldig. Allerdings gab der 49-jährige Zweitangeklagte an, sie hätten zum Mopedfahrer aus Feldkirch nur gesagt, sie seien Zivile. Damit habe er sich nicht als Zivilpolizist ausgegeben, sondern nur als Zivilist. Beim Bundesheer habe er einst die Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilpersonen gelernt. Sein Verteidiger Gebhard Heinzle sorgte dann alerdings dafür, dass sein Mandant Verantwortung für sein Fehlverhalten übernahm und so in den Genuss einer Diversion kam und einer Verurteilung mit einer Vorstrafe entging.