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Viel Licht und Luft zum kreativ sein

21.11.2020 • 18:01 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Brini Fetz (l.) und Angela Lamprecht an ihrem lichten Arbeitsplatz. <span class="copyright">Angela Lamprecht</span>
Brini Fetz (l.) und Angela Lamprecht an ihrem lichten Arbeitsplatz. Angela Lamprecht

Angela Lamprecht und Brini Fetz teilen beruflich Räume und Projekte.

Im Herzen von Bregenz, dem neu gestalteten Quartier Kirchstraße-Römerstraße, haben zwei innovative Unternehmerinnen in einem altehrwürdigen Wohn- und Geschäftshaus ihr Studio eingerichtet. Das von dem bekannten Bregenzer Architekten Willibald Braun vor fast 100 Jahren errichtete Gebäude erinnert ein wenig an die Architektur der Jahrhundertwende Wiens. Die Fotografin und die Designerin waren von Anfang an von der Architektur des Hauses begeistert und erkannten das Potenzial der großzügigen Räumlichkeit im zweiten Stock. Mit einer grandiosen Aussicht hinunter auf den Leutbühl, den hohen, lichtdurchfluteten Räumen und den schönen Parkettböden werden die Geschäftsräume zu einem Begegnungsort für Kreative und Gleichgesinnte.

Interesse fürs Authentische

Die Fotografin Lamprecht hat Architektur studiert und mehrere Jahre in heimischen Architekturbüros im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Grafik gearbeitet. Aber Fotografie interessiert sie seit jeher. Als die Foto-Aufträge zunahmen, hängte sie ihren eigentlichen Job vor ein paar Jahren an den Nagel. Seither ist sie als selbstständige Fotografin im Dreiländereck unterwegs.
Die Mutter von drei erwachsenen Söhnen fotografiert gerne nah am Leben, mit natürlichem Licht und selten im Studio. Überhaupt interessieren sie Menschen sehr, wie das lebensgroße, ausdrucksstarke Porträt einer jungen Frau zeigt, das prominent in der Studioküche platziert ist.
„Mir geht es um authentische, nicht gestellte Bilder. Ich nehme den Fotoapparat und lasse mich überraschen von dem, was passiert“, erzählt die Harderin. Porträtfotos, aber auch Architektur – ein kleines Nebenprojekt mit Daniela Fetz, die „Hausbesuche“, kommen im Dezember in Buchform heraus – und Foodfotografie gehören zu ihren Stärken.

Food-fotografie gehört zu beider Arbeits-alltag. <span class="copyright">Angela Lamprecht</span>
Food-fotografie gehört zu beider Arbeits-alltag. Angela Lamprecht

Für „Vorarlberg Tourismus“ durfte sie eine spannende Serie über junge Köche und Köchinnen schaffen. Ihre anfänglichen Bedenken, dass sie zu wenig Aufträge bekommen könnte, zerstreuten sich schnell. Vielmehr ist ihr Tag inzwischen oft zu kurz für die Möglichkeiten, die sich vor ihr auftun. Über Langeweile kann sich die Fotografin nicht beklagen, die Empfehlungslawine rollt unaufhaltsam. Sie ist offen für Neues – Wiederholungen langweilen sie rasch, und so sucht sie stets neue Herausforderungen. Die sozialen Medien wie Instagram spielen dabei eine große Rolle: Sie kann dort ihre aktuellen Arbeiten rasch zeigen und bekommt auf diese Weise neue Aufträge. Über diesen Social-Media-Kanal hat sie auch die Designerin Brini Fetz kennengelernt und festgestellt, dass die beiden sich beruflich wunderbar ergänzen.

Café-Traum angepasst

Brini Fetz hat ihr Handwerk als Grafikdesignerin in Wien gelernt. Für den Master zog es sie nach Dänemark an die Copenhagen Business School, wo sie „Innovation und Management in der Kreativwirtschaft“ studierte. Dort traf sie auf vier Mitstudentinnen, die wie sie den Traum von einem eigenen kleinen Café hegten.
„Als Studentinnen hatten wir allerdings weder die Mittel noch die Zeit, ein Café zu führen, und eröffneten stattdessen ein Pop-up-Café – ein Café, das jeweils nur für kurze Zeit an immer wechselnden Orten existiert“, erzählt Fetz. Über die Jahre wurden so kleine Läden, Galerien, Festivals, Brauereien, Spielplätze und sogar einmal eine Zugsgarnitur der Dänischen Bahn mit Pop-up-Cafés und -Restaurants bespielt. Schlussendlich wurden die „Pop-ups“ so beliebt, dass die Studentinnen den Auftrag bekamen, solche Veranstaltungen für Firmenfeiern zu organisieren. Kombiniert mit ihrem Know-how in Design und Marketing, gründeten sie eine Event- und Designagentur mit dem Fokus auf Gastronomie und Lebensmittel. Acht Jahre blieb Brini Fetz in der dänischen Hauptstadt.
Mit Jahresbeginn 2020 eröffnete sie ihr eigenes Designstudio und zog zurück nach Vorarlberg. Am 1. September zog sie mit ihrem „hej studio“ in der Kirchstraße ein. Innovative Kleinerzeuger gehören zu ihren Kunden, aber auch Weltmarken wie Bahlsen oder Ikea.

Hier in der Küche entstehen viele Ideen – auch zu Kooperationen. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Hier in der Küche entstehen viele Ideen – auch zu Kooperationen. Klaus Hartinger

Kreativer Ort des Austauschs

Für Fetz und Lamprecht als EPUs ist es wichtig, dass das Studio in der Kirchstraße 2 auch ein Ort für Begegnungen und Austausch ist. Ideal für kleine Events, Talks oder Workshops, sollen die Türen für die Kreativszene in und um Bregenz offenstehen.
Im lichtdurchfluteten Studioraum ist auch noch Platz für einen Schreibtisch. „Am liebsten würden wir unser Studio mit jemandem aus der Gestaltungs- beziehungsweise Kommunikationsecke teilen, mit dem sich bei Projekten Synergien ergeben könnten“, erklärt Fetz. Wer sich für den hellen Raum zum Arbeiten, für Fotoshootings und kleine Gatherings mit Besprechungszimmer und Küche interessiere, dürfe sich gerne bei den beiden Unternehmerinnen melden. Angela Lamprecht und Brini Fetz sind schon sehr gespannt, welche kreativen Ideen das neu gestaltete Quartier in der Kirchstraße in Zukunft bereichern werden.
Weitere Infos unter: www.epu.wko.at

Studio Kirchstraße Zwo

Angela Lamprecht

Fotografie

Tel. 0699-11888834

Mail: info@lamprecht.biz

www.lamprecht.biz

Brini Fetz

hej design studio

Tel. 0680-5526556

Mail: brini@hejstudio.at

www.hejstudio.at

Studio Kirchstraße Zwo

Kirchstraße 2, Bregenz