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Es begann in einer Bar in Feldkirch

24.11.2020 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch. Hartinger

36-Jähriger wegen Vergewaltigung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Wegen Vergewaltigung wurde am Montag am Landesgericht Feldkirch ein unbescholtener 36-Jähriger zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der Asiate der 26-jährigen Frau 5000 Euro zu bezahlen.
Nach Überzeugung des Schöffensenats hat der angeklagte Bauarbeiter die geistig ein wenig beeinträchtigte Frau am ersten Abend ihres Kennenlernens in seinem Zimmer im Bezirk Feldkirch vergewaltigt. Die Richter hielten die belastenden Angaben des mutmaßlichen Opfers für glaubwürdig.

Am morgen danach

Die Zeugin gab vor der Polizei und bei ihrer gerichtlichen Befragung vor dem Prozess zu Protokoll, sie sei am 31. Oktober 2019 zusammen mit einem Arbeitskollegen in der Feldkircher Innenstadt in einer Bar gesessen. Ihr Arbeitskollege habe den mit ihm befreundeten Angeklagten, den sie nicht gekannt habe, telefonisch in die Bar bestellt. Sie hätten so viel Alkohol getrunken, dass sie nicht mehr wisse, was in der Nacht passiert sei. Jedenfalls sei sie am nächsten Morgen nackt im Bett des – ebenfalls unbekleidet – neben ihr liegenden Angeklagten aufgewacht.
Nach dem Duschen habe der Angeklagte sie auf sein Bett gestoßen und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen, berichtete die 26-Jährige. Sie habe sich vergeblich dagegen gewehrt und ihm mehrfach gesagt, dass sie keinen Sex wolle.

Der Vorsitzende des Schöffensenats, Richter Martin Mitteregger. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Vorsitzende des Schöffensenats, Richter Martin Mitteregger. Hartinger

Angeklagter: “Einvernehmlich”

Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf und sagte vor Gericht, er sei nicht schuldig. Verteidiger Bertsch beantragte einen Freispruch. Sein Mandant gab an, sein Freund und die Frau hätten auch in seinem Zimmer noch Alkohol getrunken. Sein Freund habe sich dann verabschiedet. Er und die Frau seien auf seinem Bett eingeschlafen. Am nächsten Morgen hätten sie zwei Mal einvernehmlich Sex gehabt. Sein Freund habe sie und ihn danach nach Feldkirch gefahren.

Volle Berufung

Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitter­egger ist nicht rechtskräftig. Denn Verteidiger German Bertsch meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Nun wird in zweiter Instanz zunächst der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien über die Nichtigkeitsbeschwerde zu den behaupteten Verfahrensmängeln entscheiden.
Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt seit Jahresbeginn zwei bis zehn Jahre Haft. Für den Angeklagten galt aber die frühere Strafdrohung von ein bis zehn Jahren Gefängnis. Denn die Vergewaltigung hat sich nach Ansicht der Richter am 1. November 2019 ereignet.

Verteidiger German Bertsch meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. <span class="copyright">Dünser</span>
Verteidiger German Bertsch meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Dünser

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