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200 Notbetten für die dritte Welle

26.11.2020 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Notversorgungszentrum befindet sich in der Messehalle 9. <span class="copyright"> Stiplovsek</span>
Das Notversorgungszentrum befindet sich in der Messehalle 9. Stiplovsek

Corona-Notversorgungszentrum in Dornbirn steht bereit.

Seit vergangenen Montag können in der Messehalle 9 insgesamt 200 Corona-Patienten mit leichterem Krankheitsverlauf und moderatem Sauerstoffbedarf betreut werden. Eine Inbetriebnahme ist derzeit allerdings nicht notwendig, da sich die Situation in den Krankenhäusern nun sukzessive entspannt. Aktuell werden 170 Corona-Erkrankte in den Spitälern betreut, 35 davon intensivmedizinisch. Von einer Entwarnung möchte Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG) deshalb aber noch nicht sprechen, ganz im Gegenteil. Er hält das Zusammentreffen von Scheinsicherheit und Corona-Müdigkeit für eine „verheerende Mixtur“. Auch die ärztlichen Leiter des Notfallversorgungszentrums, Michael Rhode und Robert Spiegel, warnten eindringlich davor, sich zu schnell in falscher Sicherheit zu wiegen.

KHBG-Direktor Gerald Fleisch. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
KHBG-Direktor Gerald Fleisch. Stiplovsek

Kein Notspital

„Eines muss klar sein, das hier ist kein Krankenhaus, das gilt sowohl für die Einrichtung als auch für die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten“, stellt Rhode beim Rundgang fest. Die Halle ist in vier Bereiche mit jeweils 25 Zwei-Bett-Kojen aufgeteilt, zudem gibt es Überwachungsstützpunkte für die Ärzte sowie einen Notfallraum, in dem Erkrankte intubiert und bis zur Überführung ins Krankenhaus versorgt werden können.
Die angeschlossene Halle 9 dient als Lager und zur Einschleusung des Personals. Im Außenbereich steht ein Tank mit 10.000 Liter Sauerstoff, der über eigens zusammengeschweißte Rohre zu den einzelnen Betten geführt wird. Kommt die dritte Welle, könnte die Halle mit einem Vorlauf von drei bis vier Tagen in Betrieb gehen. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll das dann passieren, wenn in den Krankenhäusern 250 Patienten versorgt werden müssen.

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Stiplovsek

Personal als Herausforderung

Die verantwortlichen Ärzte bezeichnen das Notversorgungszentrum als eine Art Überlaufventil für die Normalstationen. „Die Idee dahinter ist es, Erkrankte mit denselben Beschwerden zusammenzubringen, um mit möglichst geringen Personalressourcen möglichst viele Patienten betreuen zu können.“ Die personelle Bespielung der Halle sei die größte Herausforderung bei einer Inbetriebnahme, sagt der niedergelassene Arzt Robert Spiegel, der operativ für die medizinische Leitung verantwortlich zeichnet. „Die Problematik ist, dass bei einer großen Welle auch das Krankenhauspersonal minimiert wird, deshalb greifen wir dafür von vornherein auf einen Pool von niedergelassenen Ärzten zurück.“ Insgesamt stehen derzeit rund 25 Allgemeinmediziner und Internisten bereit. Die Personalplanungen im Notversorgungszentrum sehen tagsüber einen niedergelassenen Mediziner als verantwortlichen Arzt vor. Die Spitäler stellen einen Arzt zur Unterstützung im Tagdienst sowie einen Arzt für den Nachtdienst. Die pflegerische Betreuung wird von diplomierten Pflegern und Auszubildenden der Krankenpflegeschule bestritten. Auf je 50 Patienten kommt eine Pflegekraft aus dem gehobenen Dienst, die vier Helfer koordiniert. Für die Versorgung mit Essen und Getränken sind Abteilungshelferinnen eingeplant, ähnlich dem „Stockdienst“ im Krankenhaus.

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