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Rentner 47.000 Euro abgeknöpft

26.11.2020 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für 25-jährigen Rumänen.

Die Hilfsbereitschaft eines Pensionisten hat der 25-jährige Rumäne nach Ansicht von Richter Thomas Wallnöfer schamlos missbraucht. Mit erfundenen Notfällen hat der Angehörige der Volksgruppe der Roma nach den gerichtlichen Feststellungen den 79-Jährigen aus dem Bezirk Feldkirch im Vorjahr um insgesamt 47.000 Euro betrogen. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte am Donnerstag am Landesgericht Feldkich zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von drei Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1920 Euro (240 Tagessätze zu je 8 Euro) verurteilt. Zudem muss der Berufskraftfahrer dem Geschädigten 47.000 Euro zurückzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ladendiebstahl mit Gattin

Der Schuldspruch erfolgte vor allem wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs mit einer möglichen Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht sieben Monaten Haft. Schuldig gesprochen wurde der Rumäne auch wegen eines Ladendiebstahls. Am Diebstahl von Bekleidung beteiligt war auch seine Gattin. Der unbescholtenen 25-Jährigen wurde eine Diversion in Form einer Geldbuße von 200 Euro gewährt.

Nur Indizien und Vermutungen

Freigesprochen wurde der Rumäne vom Vorwurf des Diebstahls mit Beute im Wert von 4300 Euro. Ihm war nicht nachzuweisen, dass er am 1. Juni 2019 bei einem Einschleichdiebstahl in das Haus einer 84-jährigen Dornbirnerin Geld und Schmuck gestohlen hat. Dafür gebe es nur Indizien und Vermutungen, sagte Richter Wallnöfer in seiner Urteilsbegründung. Die bestohlene Pensionistin konnte vor Gericht nicht mehr befragt werden, weil sie im September 2019 gestorben ist.
Der Angeklagte bestritt den Einschleichdiebstahl. Er sagte, er habe der alten Frau einmal den Rasen gemäht. Als er am 1. Juni wieder bei ihr arbeiten wollen habe, habe ihm die Tochter der Dornbirnerin den Zutritt zum Grundstück ihrer Mutter verboten. Daran habe er sich gehalten.

Im Garten gearbeitet

Auch den Betrugsvorwurf wies der 25-Jährige zurück. Er habe im Garten des 79-Jährigen gearbeitet, mit den nicht zurückbezahlten Darlehen aber nichts zu tun. Der Richter hielt sich aber an die belastenden polizeilichen Angaben des betagten Darlehensgebers. Demnach lockte der Beschuldigte etwa mit den falschen Behauptungen, ein Landsmann brauche finanzielle Unterstützung für seine Familie, für die Eröffnung eines Geschäfts und wegen einer Gefängnisstrafe mehrmals Geld heraus.