Allgemein

„Pakete stapeln sich bis unters Dach“

27.11.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Post Pakete Weihnachten
Post Pakete Weihnachten

Gewerkschaft kritisiert Management. Post kontert mit Vorbereitung.

Von der Wirtschaftskammer und allen Entscheidungsträgern im Land kommt der eindringliche Appell an die Bevölkerung, lokal einzukaufen. Durch die Schließung des Handels im nationalen Lockdown, sind die heimischen Händler auf Online-Verkauf angewiesen. Das bedeutet, dass die Waren, die sonst vor Ort gekauft wurden, in Zeiten des Lockdowns verschickt werden müssen. Dieser Umstand der zusätzlichen Paketverarbeitung gepaart mit dem schon angelaufenen Weihnachtsgeschäft stellt nun die Post vor große Herausforderungen.

Geht es nach Postgewerkschafter Franz Mäher sind das Herausforderungen, auf die die Post nicht vorbereitet sei. „Das Postmanagement hat wiedermal Maßnahmen verschlafen, als wüsste es nicht, dass Weihnachten jedes Jahr stattfindet. Die Pakete stapeln sich bis unters Dach“, lautet die Anschuldigung. Ausbaden müssten es nun die Mitarbeiter, die am Anschlag arbeiten würden.“ Wir, die Personalvertretung, machen seit Monaten darauf aufmerksam, dass wir dringend mehr Personal brauchen, um die Paketflut an Weihnachten bewältigen zu können. Jetzt droht wieder der Kollaps“, warnt Mähr.

Jetzt droht wieder der Kollaps

Franz Mähr, Postgerwerkschaft

Post wehrt sich

Post-Pressesprecherin Kathrin Schrammel weist diese Vorwürfe auf Nachfrage der NEUE zurück. „Das stimmt so nicht, und dieser Behauptung stellen wir uns entgegen. Wir haben mit extremen Mehrmengen zu tun, aber wir haben uns auch gut darauf vorbereitet. Weihnachten ist immer Hochsaison, aber wir werden es trotz Corona auch heuer bewältigen. Zur Abwicklung dieser Spitzen haben wir auch zusätzlich Personal eingestellt und unser Möglichstes getan“, lautet die Replik.

Post entschuldigt sich

ähr kritisiert außerdem Aussagen des zweiten Pressesprechers Markus Leitgeb, der zuletzt davon sprach, dass in Vorarlberg rund 100 neue Mitarbeiter zur Bewältigung des Mehraufwands eingestellt wurden. „Das stimmt nicht einmal im Ansatz. Hier will man nur mit unwahren Angaben die Bevölkerung und die Mitarbeiter täuschen“, lautet Mährs Vorwurf und fordert eine Entschuldigung. Dieser Aufforderung kommt Schrammel auch prompt nach: „Herr Leitgeb hat da die Zahlen zu hoch gegriffen, und die muss ich nach unten revidieren. Es sind 60 zusätzliche Kräfte. Es waren 100 postuliert, das war eine falsche Zahl. Das tut mir leid“, erklärt die Sprecherin.

Herr Leitgeb hat die Zahlen zu hoch gegriffen und die muss ich nach unten revidieren. Es sind 60 zusätzliche Kräfte. Es waren 100 postuliert, das war eine falsche Zahl. Das tut mir leid

Kathrin Schrammel, Post-Sprecherin

In Bezug auf die Sicherheitsvorschriften will die Post jedoch keine Korrektur vornehmen. Der Gewerkschafter kritisiert Dienstteilungen und weitere betriebsinterne Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Diese würden den Ablauf verlangsamen, und die Mitarbeiter würden sich gepiesackt fühlen. Vonseiten der Post heißt es jedoch, die Maßnahmen seien notwendig, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Corona-Prämie

Schrammel möchte außerdem noch festhalten, dass die Post eine Corona-Prämie bezahlt. Im Frühjahr waren es bis zu 200 Euro, nun vor Weihnachten bekommen die Mitarbeiter bis zu 500 Euro einmalig ausbezahlt. Als Zeichen der Wertschätzung, wie die Sprecherin betont.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.