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Strategie im Wartemodus

29.11.2020 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Noch fehlen Daten dazu, wie wirksam die Covid-19-Impfstoffe sind. Das beeinflusst die Einschätzung, wie viel Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen müssten, um eine Immunität entstehen zu lassen und die Pandemie einzudämmen.<span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Noch fehlen Daten dazu, wie wirksam die Covid-19-Impfstoffe sind. Das beeinflusst die Einschätzung, wie viel Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen müssten, um eine Immunität entstehen zu lassen und die Pandemie einzudämmen.Symbolbild/Shutterstock

In Deutschland entstehen erste Impfzentren. Vorarlberg in Planung.

Ein Corona-Impfsoff ist da. Besser: gleich mehrere. Das wiederum führt zur nächsten Herausforderung: eine groß angelegte Covid-19-Impfaktion. Logistisch wie auch personell ist das eine Challenge. Räumlichkeiten, Tiefkühlschränke, Spritzen, Kanülen werden genauso benötigt wie Personal. Letzteres muss für den eigentlichen Impfvorgang speziell ausgebildet sein. Aber es braucht auch helfende Hände beim organisatorischen Ablauf. Geht es nach Bundeskanzler Sebastian Kurz, dann startet das Großprojekt im Jänner – also in gut fünf Wochen.

Strategie in Vorarlberg

Die NEUE am Sonntag hat beim Land nachgefragt, wie die Strategie für die Impfaktion im Land Vorarlberg konkret aussieht. „Die Strategie der Covid-Impfungen in Vorarlberg richtet sich nach den Vorgaben der österreich­weiten Covid-Impfstrategie des Bundes“, heißt es. Man arbeite derzeit gemeinsam mit den betreffenden Organisationen der ersten Phase an der Planung und Durchführung der Impfungen. Kapazitäten seien teilweise vorhanden und müssten teilweise noch geschaffen werden. Die Tiefkühllagerung eines Impfstoffes bei -70°C stelle jedenfalls noch eine Herausforderung dar. Wobei noch nicht bekannt ist, welcher Impfstoff tatsächlich als erster die europäische Zulassung erhält und ausgeliefert wird.

Die drei Phasen

Laut Strategie des Bundes werden die Impfungen in drei Phasen durchgeführt. So auch in Vorarlberg. Da in der ersten Phase Impfstoffe jedoch nur einer eingeschränkten Menge zur Verfügung stehen werden, sollen zuerst Menschen über 65 Jahre in Alters- und Pflegeheimen sowie das dort arbeitende Personal geimpft werden. Danach sollen die Impfungen bei Gesundheitspersonal in Krankenanstalten, Ordinationen, Rettungsorganisationen und sozialen Diensten durchgeführt werden. Dabei sollen in Vorarlberg die dortigen Ärzte und mobile Impfteams eingesetzt werden.
In der zweiten Phase wird eine größere Menge an Impfstoffen zur Verfügung stehen. In dieser Phase sollen grundsätzlich alle Personen über 65 Jahre geimpft werden. Dazu kommen Arbeitende mit Systemrisiko, also Personen, die in den Bereichen Sicherheit, Justiz, Schulen und Bildungseinrichtungen, sprich in kritischer Infrastruktur und zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens tätig sind.

Phase drei

Läuft alles nach Plan, könnte im zweiten Quartal 2021 genügend Impfstoff vorhanden sein, sodass flächendeckend geimpft werden kann. Für die Verabreichung sind laut Zuständigen des Landes die Ordinationen von „Hausärzten oder Impfstraßen angedacht“. Genaueres ist nicht bekannt.
Der Impfstoff sei jedenfalls kostenlos und die Beschaffung erfolge zentral vom Bund aus. Eine Impfpflicht wird es auch in Vorarlberg nicht geben, heißt es. Grundsätzlich soll jedoch jeder, der möchte, auch eine Impfung bekommen können.
Epidemiologische Modelle würden zeigen, dass bei einer Immunität von circa 70 Prozent in der Bevölkerung die Übertragungen von Covid soweit limitiert sind, dass diese Pandemie vorübergeht. Konkret vorhersehbar sei das aber trotzdem nicht.

Bayern bereitet sich vor

Ein Blick über die Grenze verrät, dass sich der Freitstaat Bayern mit Hochdruck auf die große Impfaktion vorbereitet. Ministerpräsident Markus Söder sagte am Donnerstag, er habe die Hoffnung, dass bis Mitte Dezember bayernweit etwa 100 Impfzentren eingerichtet seien. Zusätzlich sollen im Freistaat auch zahlreiche mobile Impfteams eingesetzt werden. Bislang hätten sich schon über 2500 Ärzte bereiterklärt, an den Impfungen mitzuwirken.

Berlin und Schweiz

In Berlin wird derzeit die Planung für sechs Impfzentren finalisiert, berichtete die Tagesschau dieser Tage. Geplant sind dort Standorte wie Flughafen, Messe, Eisstadion oder etwa die Berlin Arena.
In der Schweiz soll es wie auch in Österreich im ersten Halbjahr 2021 eine Impfung gegen das Coronavirus geben. Nach Konstanz fahren und sich impfen lassen wird für die Schweizer Bevölkerung nicht möglich sein, berichtet das SRF. Für eine Impfung bräuchte man vorerst einen Wohnsitz in Deutschland.