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Frauen leiten zwei Drittel aller Gerichte

30.11.2020 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der weibliche Anteil der Justiz wird größer.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Der weibliche Anteil der Justiz wird größer.Klaus Hartinger

Richterinnen stehen vier von sechs Vorarlberger Gerichten vor.

Die Justiz wird zusehends weiblicher. In Vorarlberg leiten Richterinnen nunmehr schon zwei Drittel aller Straf- und Zivilgerichte. Vier der sechs Gerichte im westlichsten Bundesland werden mittlerweile von Frauen geführt.

Seit heute ist Silvia Hitthaler-Simma die Vorsteherin des Bezirksgerichts Bludenz. Die bisherige stellvertretende Bludenzer Gerichtsvorsteherin lös­te damit Richter Othmar Kraft ab, der in den Ruhestand verabschiedet wurde. Mit 65 Jahren muss in Österreich das Richteramt aufgegeben werden.

Hoher Frauenanteil

An der Spitze der Vorarlberger Justiz steht mit Angelika Prechtl-Marte erstmals eine Frau. Die Strafrichterin wurde am 1. August Präsidentin des Landesgerichts Feldkirch. Seitdem ist Karin-Seidl Wehinger Vizepräsidentin des Landesgerichts. Ihre Nachfolgerin als Vorsteherin des Bezirksgerichts Feldkirch wurde Sonja Nachbaur. Das Bezirksgericht Dornbirn wird ebenfalls von einer Frau geleitet, von Richterin Yvonne Summer.

Nur an den Gerichten im Bezirk Bregenz sind die Führungskräfte Männer. Wilfried Marte ist Vorsteher des Bezirksgerichts Bregenz, Bertram Metzler Gerichtsvorsteher in Bezau.
Othmar Kraft stand in den letzten 16 Jahren dem BG Bludenz vor. 1986 wurde er zum Richter ernannt. Von 1995 bis 2005 war Kraft Bludenzer Bürgermeister. „Ein Sir tritt ab“, so überschrieb das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) am Montag in einer Aussendung den Führungswechsel am Bezirksgericht Bludenz.

Sozialkompetenz

Krafts Nachfolgerin verrichtet seit 2006 am Bludenzer BG als Richterin Dienst. Hitthaler-Simma sei für ihre neue Funktion aufgrund ihrer hohen Sozialkompetenz, effizienten Arbeitsweise und Erfahrung in der Justizverwaltung als bisherige stellvertretende Gerichtsvorsteherin bestens geeignet, meint OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann.

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