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Ärztekammer: Falsche Anleitung für Abstriche

02.12.2020 • 17:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ärztekammer warnt: Falsche Anleitung für Corona-Abstriche
Ärztekammer warnt: Falsche Anleitung für Corona-Abstriche APA/DPA/KAY NIETFELD

Fachärzte warnen: Kopf soll nicht in den Nacken gelegt werden.

Die Ärztekammer fordert eindringlich, dass Nasenabstriche durch fachmännisches Personal durchgeführt werden: “Zum Start der Massentests wurde dokumentiert, dass es bei den Abstrichen durch Laien zu falsch durchgeführten Abstrichnahmen gekommen ist. Eine fachkundige Vorgehensweise ist von besonderer Wichtigkeit – nicht nur, um ein korrektes Testergebnis zu erhalten, sondern auch, um Verletzungsrisiken zu vermeiden“, betonte Präsident Thomas Szekeres.

Die Fachärzte Verena Niederberger-Leppin und Wolfgang Luxenberger haben einen Leitfaden zur korrekten Technik erstellt und Risiken der Abstrichentnahme aus dem Nasenrachen aufgezeigt. In zahlreichen Medienberichten und sogar in Gebrauchsanleitungen diverser Antigen-Schnelltests werde eine falsche oder nicht ideale Abnahmetechnik dargestellt.

“Entscheidend ist, dass der Nasenrachen über die Nase am besten entlang des Nasenbodens vom Nasenloch in etwa in Richtung Höhe des äußeren Gehörganges erreicht werden kann. Durch eine Orientierung am Nasenboden wird vermieden, dass der Abstrichtupfer nach oben in Richtung Schädelbasis geschoben wird, wo eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr besteht”, sagen die Fachärzte.

So funktioniert der Abstrich richtig

1. Der Patient wird angewiesen, mit abwechselnd zugehaltenem Nasenloch ein- und auszuatmen.

2. Die Abstrichentnahme erfolgt durch die besser durchgängige Nasenseite.

3. Der Untersucher steht neben dem Patienten, um zu vermeiden, bei der Untersuchung direkt angehustet oder angeniest zu werden.

4. Der Patient wird angewiesen, den Kopf bei nicht gehobenen Kinn gerade zu halten.

5. Ein Zurückneigen des Kopfes ist kontraproduktiv und führt geradewegs in Richtung der Schädelbasis.

6. Um die vordere Öffnung der Nasenlöcher auf Höhe des Nasenbodens zu bringen, kann die Nasenspitze vom Untersucher angehoben werden.

7. Der Abstrichtupfer wird nun langsam und vorsichtig unter Orientierung am  Nasenboden vorgeschoben. Der Nasenboden verläuft parallel zum Gaumen. Zur Orientierung dient die Höhe der äußeren Gehörgänge.

8. Der Abstrichtupfer wird so weit vorgeschoben, bis ein Widerstand zu spüren ist. Dies ist je nach Größe des Schädels in 8-12 cm Tiefe zu erwarten.

9. Ohne weiteren Druck kann nun der Tupfer gedreht werden, um möglichst viel Sekret

aufzufangen.

Kopf nicht zurückneigen!

Für die Testperson sei es unter anderem wichtig, den Kopf bei nicht gehobenem Kinn gerade zu halten. Ein Zurückneigen des Kopfes sei kontraproduktiv und führe geradewegs in Richtung der Schädelbasis, hieß es in einer Aussendung.

“Das unterstreicht, wie wichtig ein fachgerechtes Vorgehen ist”, so Szekeres. Auch unter Sanitätern gebe es unterschiedlich ausgeprägtes Know-how. “Diese und andere Kräfte dürfen nur nach entsprechender Einweisung und unter Aufsicht agieren”, war der Appell. Ähnliches gelte auch für die bevorstehenden Impfungen. Es sei im Sinne der Patientensicherheit, dass auch bei den kommenden Impfungen gegen SARS-CoV-2 Experten diese durchführen.

Ein korrekter Nasenabstrich sei auch entscheidend für ein richtiges Ergebnis, denn die Sensitivität von Covid19-Antigen-Schnelltests sei von der Menge der in den Proben enthaltenen Virusproteine abhängig.