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Haftstrafe für fünf geklaute Holzscheite

02.12.2020 • 19:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Symbolbild/Shutterstock

Drei Monate Haft nach versuchtem Diebstahl von Brennholz.

Der 41-Jährige hat im Juni in Bludenz vergeblich versucht, fünf Holzscheite zu stehlen. Dafür wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig; denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.
Die Strafe fiel aus zwei Gründen vermeintlich streng aus. Zum einen war der Angeklagte bereits mit elf Vorstrafen belas­tet. Zum anderen wurde die Tat als versuchter Einbruchsdiebstahl gewertet. Dafür beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre Gefängnis. Der Angeklagte hat nach den gerichtlichen Feststellungen einen zwei Meter hohen Maschendrahtzaun überstiegen. Demnach hat er dann auf einem Lagerplatz aus einer Box fünf Holzscheite genommen und über den Zaun geworfen. Dabei wurde er von einem Zeugen beobachtet und gestört. Deshalb ergriff er ohne Beute die Flucht.

Staatsanwaltschaft

Zunächst stufte die Staatsanwaltschaft Feldkirch den Vorfall nur als versuchten Diebstahl mit einer Strafdrohung von bis zu sechs Monaten Haft ein und erhob dazu Anklage. Darüber wurde im September am Bezirksgericht Bludenz bereits verhandelt. Dann wertete die Anklagebehörde die Tat aber als versuchten Diebstahl durch Einbruch. Daher wurde das Landesgericht zuständig.

Einbruchdiebstahl

Auch für den zuständigen Richter des Landesgerichts war die Tat ein versuchter Einbruchsdiebstahl, obwohl nichts aufgebrochen wurde. Weil der Täter, so der Hinweis des Richters auf die gängige Rechtsprechung, beim Stehlen durch das Besteigen des Maschendrahtzauns seine Körperhaltung drastisch verändern musste.
Aber er sei doch gar nicht über den Zaun gestiegen, schränkte der Angeklagte ein. Oben auf dem Zaun habe er sich weit nach vorne gelehnt und so die Holzscheite aus der Box genommen. Auch schon damit wäre das Tatbild des versuchten Einbruchsdiebstahls verwirklicht worden, erwiderte der Strafrichter.

Elektronische Fußfessel

Zur Verhandlung am Landesgericht erschien der Angeklagte mit einer elektronischen Fußfessel. Denn derzeit verbüßt der 41-Jährige im Hausarrest eine zehnmonatige Freiheitsstrafe aus dem Vorjahr wegen schwerer Sachbeschädigung und versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt. 2016 wurde er wegen anderer Delikte zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
„In ihrer Lage ist es nicht wahnsinnig gescheit, Holzscheite zu stehlen“, ermahnte der Richter den Angeklagten mit den zahlreichen Vorstrafen.

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