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“Letzte Chance” für 17-jährigen Dieb

03.12.2020 • 19:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Klaus Hartinger</span>
Symbolbild/Klaus Hartinger

Milde Sanktion auch nach der fünften Verurteilung.

Auch bei seiner bereits fünften strafrechtlichen Verurteilung kam der Angeklagte am Donnerstag mit einer Geldstrafe davon. Die Sanktion fiel wieder milde aus, weil der Dieb von Fahrrädern und einer Bankomatkarte erst 17 Jahre alt ist, vor Gericht umfassend geständig war und die entstandenen Schäden bereits wiedergutgemacht wurden.

Verurteilt

Wegen Einbruchsdiebstahls und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel wurde der einschlägig vorbestrafte Lehrling zu einer Zusatzstrafe von 1080 Euro (270 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher, mit dem der von Martin Kloser verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Simon Mathis einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für den Jugendlichen wäre eineinhalb Jahre Gefängnis gewesen.
Richterin Sabrina Tagwercher hatte für die im Juni begangenen Taten die bezirksgerichtliche Geldstrafe von 600 Euro (150 ­Tagessätze à 4 Euro) wegen Diebstahls und Sachbeschädigung vom Juli zu berücksichtigen.

Räder gestohlen

Der Tschetschene hat nach den gerichtlichen Feststellungen im Juni im Unterland vier unversperrte Fahrräder gestohlen. Dabei wurden einem Mann drei Räder aus einem Fahrradraum eines Hauses geklaut. Zumindest zwei Räder hat der Jugendliche übers Internet verkauft. Der gutgläubige Käufer eines Rades, das er zurückgeben musste, erhielt den bezahlten Kaufpreis von 100 Euro zurück.

Letzte Chance

Mit einer angeblich auf der Straße gefundenen Bankomatkarte hat der 17-Jährige an einem Automaten Waren im Wert von 71 Euro gekauft, darunter Zigaretten. Solche Taten werden inzwischen als Einbruchsdiebstahl gewertet. Weil die entwendete Bankomatkarte als widerrechtlich erlangter Schlüssel für den Automaten und damit als Einbruchswerkzeug gilt. Richterin Tagwercher gab dem Angeklagten eine letzte Chance mit einer Geldstrafe. Verteidiger Kloser kommentierte das so: „Noch ist Polen nicht verloren.“

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