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Massentests: Noch Luft nach oben

04.12.2020 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
150.000 Tests wurden beim Bund geordert. Bisher sind knapp 79.000 Personen angemeldet. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
150.000 Tests wurden beim Bund geordert. Bisher sind knapp 79.000 Personen angemeldet. Klaus Hartinger

Bisher haben sich etwa 23 Prozent angemeldet.

Noch bevor heute um 7 Uhr die 80 Corona-Teststationen in Vorarlberg öffnen, werden sich alle Helfer des Großprojekts einem Schnelltest unterziehen – um auf Nummer sicher zu gehen. Alleine in den zehn Zentren in Dornbirn sind 250 Menschen im Einsatz. Mitarbeiter vom Roten Kreuz, Helfer der Feuerwehr sowie Freiwillige. Was jetzt noch fehlt, sind Anmeldungen. In Dornbirn liegt die Quote bei unter 19 Prozent.

Das Procedere ist simple. QR-Code der Anmeldung zur Testung mitbringen, das Ergebnis wird innerhalb einer Stunde aufs Handy gesendet. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Das Procedere ist simple. QR-Code der Anmeldung zur Testung mitbringen, das Ergebnis wird innerhalb einer Stunde aufs Handy gesendet. Klaus Hartinger

Die Logistik des Projekts war eine Herausforderung und Meis­terleistung. Die Vorgehensweise für die Bevölkerung ist dagegen ausgesprochen simpel. Nach Anmeldung über die Webseite oder das Callcenter– auch in Vertretung – wird ein QR-Code auf das Smartphone gesendet. Dieser wird beim Eintreffen in der Teststation gescannt, um die Person zu identifizieren. Danach geht es in die Test-Box, wo ein Mitarbeiter den Nasen-Abstrich vornimmt. Die Testperson ist damit entlassen. Im Zeitraum von 60 Minuten kommt das Ergebnis wieder direkt auf das Smartphone. Sollte dieses positiv sein, darf sich die oder der Betroffene noch am gleichen Abend an gleicher Stelle einem PCR-Test unterziehen.

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Gemeindeverbandsvizepräsident und Egger Bürgermeister Paul Sutterlüty verwies bei der Präsentation des Dornbirner Testcenters im Kulturhaus auf Südtirol. Dort hätten sich 360.000 Menschen (gut zwei Drittel der Bevölkerung) testen lassen, wodurch viele asympto­matisch infizierte Personen erkannt und isoliert werden konnten. „Wer sich testen lässt, übernimmt Verantwortung für sich selbst, für seine Familie, seine Freunde und die Gesellschaft. Machen wir die Tests am Wochenende zu einer Vorarlberger Solidaritätsaktion“, appellierte er. Er selbst rechnete mit einer höheren Beteiligung, auch Gemeindeverbandspräsidentin und Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann war von mindestens 40 Prozent ausgegangen.

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Mit 78.760 Anmeldungen (Stand Donnerstagabend 22 Uhr) dürfte die Beteiligung am Massentest weit unter den Erwartungen liegen. Denn Roland Gozzi, Corona-Koordinator des Roten Kreuzes, ging am Montag im Gespräch mit der NEUE noch davon aus, dass sich zwischen 160.000 und 170.000 Vorarlberger testen lassen.

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Die meisten Anmeldungen, nämlich 48.032, liegen derzeit für Freitag vor, am Samstag werden sich laut Dashboard des Landes 24.058 Menschen testen lassen, und für Sonntag sind bisher 6670 Anmeldungen eingegangen. In den Städten liegt die Anmeldequote derzeit zwischen 14,49 und 19,47 Prozent. Die meisten Anmeldungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl gab es am Donnerstagabend in Feldkirch (6672 oder 19,50 Prozent), gefolgt von Dornbirn (9324 oder 18,70 Prozent).

Prozentual am meisten Meldungen gab es am Donnerstagabend in Lech mit 46,73 Prozent, die wenigsten in in St. Gerold mit 13 Prozent. Insgesamt gibt es in Vorarlberg 344.916 Testberechtigte. Davon haben sich bis dato knapp 23 Prozent zum Massentest angemeldet.

Eine Anmeldung ist noch bis Sonntagnachmittag möglich: www.vorarlberg.at/vorarlbergtestet, 05574/601-600.

Von Jörg Stadler und Danielle Biedebach

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Vier Fragen an Landesrat Christian Gantner

Das Rote Kreuz ist von 160.000 bis 170.000 Anmeldungen ausgegangen. Nach derzeitigem Stand dürfte man hier weit unter den Erwartungen liegen. Was sagen Sie dazu?
Christian Gantner
: Man muss beachten, dass die Anmeldung in Vorarlberg freiwillig ist, von daher können wir mit dem aktuellen Stand durchaus zufrieden sein. Natürlich besteht noch Luft nach oben. Man kann sich noch bis inklusive Sonntag anmelden

Hätten Sie sich mehr Anmeldungen gewünscht?
Gantner:
Wir sind zuversichtlich, dass noch Anmeldungen dazukommen. Je mehr, desto besser.

Da die Zahl der Anmeldungen am Samstag und Sonntag im Vergleich zum Freitag relativ gering ist, ist wohl nicht davon auszugehen, dass sich noch viel mehr Vorarlberger zum Test anmelden.
Gantner
: Natürlich liegt es in der Natur der Sache, dass am ersten Tag der Höhepunkt der Anmeldungen zu verzeichnen ist. Dennoch sehen wir stündlich einen stetigen Zuwachs. Wir werden auf jeden Fall bis zum Schluss um eine Teilnahme werben.

Was bedeutet die eher niedrige Beteiligung für das Ziel, die Pandemie in Vorarlberg einzudämmen?
Gantner:
Wichtig ist, dass wir eine flächige Teilnahme übers ganze Land verzeichnen. Damit können wir ein aktuelles Bild über die Situation bekommen. Das Bild wird umso schärfer, je mehr Personen teilnehmen – und desto mehr Positive können wir herausholen.

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