Allgemein

Überfallene Rentnerin verletzte sich schwer

04.12.2020 • 19:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Archivbild/Matthias Rauch</span>
Archivbild/Matthias Rauch

15-Jähriger entriss 72-Jähriger Handtasche. Passantin brach sich Hand.

Wegen schweren Raubes und anderer Delikte wurde der unbescholtene 16-Jährige am Freitag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Gefängnisstrafe von acht Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Weil sie schon mit zwei Verurteilungen belastet war, fiel die kombinierte Strafe für seine 15-jährige Komplizin ein wenig höher aus: zehn bedingte Haftmonate und eine zu bezahlende Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze à 4 Euro).

Rechtskräftig

Das Urteil des Schöffensenats, mit dem die Angeklagten und Staatsanwalt Philipp Höfle einverstanden waren, ist bereits rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für die Jugendlichen wäre 7,5 Jahre Gefängnis gewesen.
Die verhängte kombinierte Strafe für den 16-Jährigen entspricht 14 Monaten Haft, jene für die 15-Jährige 16 Monaten.
Der damals 15-jährige Erstangeklagte hat im Juli in Bregenz auf der Straße einer 72-jährigen Passantin die Handtasche entrissen und so 125 Euro erbeutet. Dabei stürzte die Pensionistin und zog sich einen Bruch des linken Mittelhandknochens sowie Prellungen und Abschürfungen zu.
Als Teilschmerzengeld muss der Räuber dem Opfer 500 Euro zukommen lassen. Als Anstifterin zu dem Straßenraub wurde die 15-jährige Zweitangeklagte schuldig gesprochen.

Minderschwerer Raub

Die junge Bregenzerin hat auch einen versuchten minderschweren Raub begangen. Im August hat sie beim Dornbirner Bahnhof einen 13-Jährigen vergeblich dazu aufgefordert, ihr 20 Euro zu geben. Sonst werde sie ihm einen Haken verpassen, den er noch im Grab spüren werde.
Vier Tage später hat die 15-Jährige einer 14-Jährigen mit zwei Faustschlägen ins Gesicht Prellungen und ein Hämatom zugefügt. Zwei Wochen lang befand sich die Jugendliche in Untersuchungshaft.
Der zu den Tatzeiten 15-jährige Erstangeklagte hat einer 68-jährigen Frau die Geldtasche aus der Handtasche gestohlen und dabei 98 Euro erbeutet. Er und die Zweitangeklagte müssen nun Bewährungshilfe in Anspruch nehmen.

Eine Chance verdient

Staatsanwalt Höfle sagte in seinem Schlussplädoyer unbedingte, zu verbüßende Haftstrafen seien nicht notwendig, weil die Angeklagten Jugendliche seien.
Dieser Ansicht war auch der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher. „Beide haben eine Chance verdient“, sagte die Jugendstrafrichterin.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.