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„Gemeinsam sind und können wir mehr“

05.12.2020 • 18:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Beate Bück und Geschäftspartner Mathias Breuß pflegen Kontakte – etwa zum Leiter von WBI, Alexander Koblen­zer (v.l.). <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Beate Bück und Geschäftspartner Mathias Breuß pflegen Kontakte – etwa zum Leiter von WBI, Alexander Koblen­zer (v.l.). Stiplovsek Dietmar

Beate Bück und Mathias Breuß haben v@work gegründet.

Alexander Koblinger ist Leiter der Firma WBI in Wolfurt. Auf diese Weise ist er zum Netzwerkpartner der Berater Beate Bück und Mathias Breuß geworden. Die beiden nutzen die Software von WBI und nehmen die entsprechende Beratung der Firma in Anspruch. Deren Konzept erklärt Koblinger so: „Bei unserer Software geht es um Wissensmanagement. Das Wissen von Mitarbeitern in Unternehmen ist eine Ressource, deren Stellenwert so noch nicht in allen Firmen erkannt wurde. Wird eine Mitarbeiterin schwanger oder kündigt, geht ein langjähriger Mitarbeiter in Pension, nehmen er oder sie oftmals ihr gesamtes Wissen mit oder geben es vorher nur unzureichend weiter.“
Es geht darum, Firmenwissen für alle zugänglich und aktuell zu halten, zu systematisieren und Wissenslücken aktiv zu schließen. „Die Software kann man sich ähnlich vorstellen wie die Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Sie verbindet das Wissen mit den Menschen, und wenn ein Eintrag geändert wurde, werden diejenigen, für die das Wissen relevant ist, informiert. Das Ganze ist cloudbasiert, das bedeutet, sicher, für alle einsehbar und immer aktuell“, führt der Leiter von WBI aus.

Bück und Breuß mit Koblenzer in einem Konferenzraum des Campus V. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Bück und Breuß mit Koblenzer in einem Konferenzraum des Campus V. Dietmar Stiplovsek

Transparent und aktuell

Coach und, wie sie sich selbst nennt, Potenzialentwicklerin Beate Bück schwärmt:
„Das ist für uns ein Traum: Informationen sammeln, und zwar strukturiert, prozesshaft, dezentral und aktuell.“ Wie ihr Geschäftspartner Mathias Breuß ist sie außerdem angetan von der Tatsache, dass sie mit der Nutzung der Software eine Vorarlberger Firma unterstützen und nicht etwa ein großes amerikanisches Unternehmen.
Die beiden Unternehmensberater und Trainer nutzen das Programm, um für ihre Kunden den laufenden Beratungsprozess zu dokumentieren oder zum Beispiel, um Wissen über den Vorarlberger Arbeitsmarkt, Berufsmöglichkeiten oder Weiterbildungen zu sammeln. Auch, wenn sie in ihrem direkten Netzwerk nur zu zweit sind – nämlich Bück und Breuß –, so profitieren sie doch: Was hat der andere schon zum Thema zusammengetragen? Wie kann ich mein eigenes Wissen über die Arbeitswelt in Vorarlberg sichtbar machen? Außerdem können Kunden auf freigegebene Inhalte zugreifen, im gemeinsamen Entwicklungsprozess herrscht so größere Transparenz.

Ressourcenorientierter Ansatz

In den Beratungsgesprächen von Bück und Breuß geht es um Entwicklung. Um berufliches Weiterkommen oder Veränderungen, die oft auch mit einer persönlichen Entwicklung einhergehen. „Bewusstsein ist wichtig. Wir lenken die Aufmerksamkeit nicht auf die Defizite ,hier fehlt ein Zeugnis, dort ein Abschluss‘, sondern wir schauen auf das, was vorhanden ist, was ausgebaut werden kann“, so erklärt es die 53-Jährige. „Ein guter Koch schaut in den Kühlschrank und zaubert mit dem Vorhandenen etwas Schmackhaftes. Er ist aber auch vernetzt und geht zum Nachbarn, um sich etwas Milch zu borgen“, mit diesem Sinnbild beschreibt Breuß ihren gemeinsamen Ansatz.
Dabei geht es, führen die Betriebswirtin und der Berufs- und Sozialpädagoge aus, darum, ihre Kunden aus der Konsumenten-Haltung herauszulocken. Wir konsumieren heutzutage vieles, sagen sie. Filme, Social-Media-Einträge, Produkte. Bleibe die Frage: Was kann ich aktiv gestalten? Diese individuelle und aktive Herangehensweise an berufliche Veränderung steht im Vordergrund, unabhängig davon, ob die beiden Trainer einzelne Personen, Organisationen, Gruppen oder Führungspersonen begleiten.

Hier im Coworking des Campus V mieten die beiden ihre Büro­infrastruktur – unter Gleichgesinnten. <span class="copyright">Stiplovsek Dietmar</span>
Hier im Coworking des Campus V mieten die beiden ihre Büro­infrastruktur – unter Gleichgesinnten. Stiplovsek Dietmar

Digitale Herausforderung annehmen

Aus dem Hintergrundwissen, das sie über die Jahre ihrer Tätigkeit gesammelt haben, hat sich herausgestellt, dass es zwar eine Fülle von beruflichen Chancen gibt, diese jedoch in dem Moment außerhalb der individuellen Wahrnehmung des Suchenden liegen. „Die konkrete Kenntnis davon, was man kann und was für passgenaue berufliche Möglichkeiten es dafür gibt, schwindet“, sagt Bück. „Wir haben das gesamte Wissen der Menschheit in Form unseres Smartphones in unserer Hosentasche. Jetzt geht es darum, das Verhältnis umzukehren. Nicht ich arbeite für einen Computer, sondern dieser schafft einen Nutzen für mich“, ergänzt Breuß. Die Antwort der beiden Berater auf die digitale Herausforderung? Vernetzung. „Potenzialentfaltung ist immer eine Chance. Die Frage ist dabei weniger: Was gibt es?, sondern mehr: Wie gehen wir damit um?“, hat der 42-Jährige aus Mäder beobachtet.
Die Schlussfolgerung ihrer beider Arbeit: Je mehr Menschen sich zusammenschließen, desto mehr sinnstiftender Nutzen kann entstehen. Zu ihrem noch jungen Netzwerk v@work mit „V“ wie „Vorarlberg“, „Vision“ oder auch „Veränderung“ zählen viele EPUs, die für sie regelmäßig als Grafiker, IT-ler oder Datenschutzexperte tätig werden. Und auch ansonsten haben Beate Bück und Mathias Breuß Lust auf mehr Menschen für einen Mehrwert. Das Ergebnis: offen. Doch fest steht bereits, sagen sie: Gemeinsam können wir mehr, auch für Vorarlbergs Arbeitswelt im Wandel.
Weitere Infos unter: www.epu.wko.at

Information

Beate Bück

Coach, Betriebswirtin, ­Unternehmensberaterin

Tel. 0680-2071008

beate.bueck@vatwork.vision

Mathias Breuß

Coach, Organisations­berater und Personal­entwickler

Tel. 0699-10005125

mathias.breuss@vatwork.vision

www.vatwork.vision