Allgemein

Keine Morddrohung gegen Ex-Freundin

09.12.2020 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Landesgericht Feldkirch erfolgte ein Freispruch für den Angeklagten.     <span class="copyright">Hartinger</span>
Im Landesgericht Feldkirch erfolgte ein Freispruch für den Angeklagten. Hartinger

Gericht bezweifelte die Aussagen der 62-jährigen Frau.

Mangels Beweisen für seine Schuld wurde der unbescholtene Angeklagte am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf der versuchten Nötigung freigesprochen. Das Urteil von Richter Martin Mitteregger, mit dem der Staatsanwalt einverstanden war, ist rechtskräftig. Der Strafrichter sprach in seiner Urteilsbegründung von einer komischen Geschichte, die für einen Schuldspruch nicht ausreiche.
Eine 62-jährige Kroatin schilderte als Zeugin vor Gericht den angeblichen Tathergang so: Sie habe an einem Sonntag im Mai in Bregenz bei einer Haltestelle auf den Bus gewartet. Ihr ehemaliger Lebensgefährte sei auf einem Rad zu ihr hergefahren. Er habe sie gefragt, ob er zu ihr in die Wohnung kommen könne. Wenn nicht, dann werde er sie umbringen.

Versuchte Nötigung

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wertete die von der Zeugin geschilderte Äußerung des Beschuldigten als versuchte Nötigung, mit einem Strafrahmen von bis zu einem Jahr Gefängnis. Aber der Strafrichter bezweifelte, dass es tatsächlich zum von der Belastungszeugin geschilderten Vorfall gekommen ist.
Der 68-jährige Angeklagte ist zur Gerichtsverhandlung unentschuldigt nicht erschienen. Der Strafprozess fand in seiner Abwesenheit statt. Vor der Polizei hatte der Beschuldigte den Tatvorwurf bestritten. Der Nordmazedonier sagte bei seiner polizeilichen Einvernahme, er habe die Zeugin zur fraglichen Zeit gar nicht gesehen. Früher einmal hätten sie zwei Jahre lang zusammengelebt.

17 Jahre lang habe er bei ihr gewohnt, sagte die 62-jährige Frau vor Gericht. 2015 sei über ihn ein Betretungsverbot für ihre Wohnung ausgesprochen worden. Danach habe er sie mehrfach gefragt, ob er zu ihr zum Kaffeetrinken kommen könne.
Was er am angeklagten Tag der Drohung in ihrer Wohnung von ihr wollte, wisse sie nicht. Sie lasse ihn jedenfalls nicht mehr in ihre Wohnung. Aus Angst vor ihm habe sie erst einige Tage danach Strafanzeige erstattet.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.