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Lücken bei Corona-Umsatzersatz

09.12.2020 • 18:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die TC Cafe.Bar.Lounge von Lukas Marberger.                                  <span class="copyright">Schramm</span>
Die TC Cafe.Bar.Lounge von Lukas Marberger. Schramm

Event- und Gastrounternehmer Lukas Marberger erhält Ersatz nur teilweise.

Wie so oft bei solchen Themen liegt bei den Regeln für den coronabedingten Lockdown-Umsatzersatz im Event- und Gastronomiebereich der Teufel im Detail. Das hat jetzt auch der Gastronomie- und Event-Unternehmer Lukas Marberger erlebt.
Im Frühjahr 2020 hat sich Marberger mit seinem Unternehmen Komitee Eventservice Marberger GmbH aufgrund der Verwerfungen durch die Corona-Maßnahmen nach sieben Jahren als Pächter des Eventschiffes „Sonnenkönigin“ zurückgezogen. Auch andere von ihm bislang veranstaltete Events etwa am Arlberg mussten abgesagt werden. Gleichzeitig pachtete er mit seinem Unternehmen aber die „TC Cafe.Bar.Lounge“ in Dornbirn.

Kein Umsatzersatz

In dieses gepachtete Café hat er zwischen Mitte Mai und Oktober 2020 rund 70.000 Euro für Einrichtung, Adaptierung und Umbau investiert. Gleichzeitig wurden sieben Mitarbeiter im Café angestellt. „Ich bin an sich ein optimistischer Unternehmer, der auch im Frühjahr 2020 nach vorne geschaut hat. Doch jetzt schaue ich beim Umsatzersatz für das Café komplett durch die Finger, obwohl mein Betrieb jetzt für mindestens zwei Monate behördlich geschlossen wird“, so Marberger.

Lukas Marberger erhält nun für sein Café nach aktueller Rechtslage keinen Umsatzersatz. Das geht aus seiner der Wirtschaftspresseagentur vorliegenden Korrespondenz mit der BMF-Finanzverwaltung hervor und wird auch von befragten Steuerberatern bestätigt. Der Grund: Marberger hat ein Unternehmen, die Komitee Eventservice Marberger GmbH, mit einer Steuernummer und zwei Gewerbeberechtigungen für den Bereich Events und Gastronomie. Also ein Unternehmen mit zwei voneinander unabhängigen Teilbetrieben, von denen einer im November 2019 schon existierte, der andere hingegen noch nicht.

Nicht für Teilbetriebe

Der Umsatzersatz spricht das Unternehmen generell an, aber nicht diverse Teilbetriebe. Für den November 2019 hat Marberger – aus dem Geschäftsbereich Events – damals eine Umsatzsteuervoranmeldung eingebracht, und daraus errechnet sich jetzt der Umsatzersatz für den November 2020. Die Umsätze aus dem erst im Mai 2020 eröffneten Geschäftsbereich Café werden hingegen nicht berücksichtigt, auch nicht aliquot.
„Mein noch junges Café ist zwischen November 2020 und mindestens 6. Jänner 2021 behördlich gesperrt. Und ich erhalte keinen Umsatzersatz wegen einem bürokratischen Detail. Hätte ich eine eigene Firma für das Café gegründet, dann würde ich etwas bekommen“, so Marberger. Und der Fixkostenzuschuss 2 habe noch derart viele Unklarheiten, dass ihm sein Steuerberater geraten habe, für einen Antrag bis Juni 2021 zu warten.

Kein Gehalt

„Wie soll das denn ein Unternehmer so lange überleben“, fragt Marberger. Er selbst zahle sich seit März 2020 kein Gehalt mehr aus in seiner Firma und lebe von Rücklagen. „Ich habe in schwierigen Zeiten investiert und nach vorne geblickt, mit dem Café Arbeitsplätze geschaffen und Lohnnebenkosten abgeführt. Und jetzt sehe ich den Dank der Politik für mein Verhalten.“

Günther Bitschnau/wpa