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Krise hat auch positive Seiten

10.12.2020 • 20:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Reinhard Haller, Psychiater. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Reinhard Haller, Psychiater. Klaus Hartinger

Psychiater Haller: Suchtmittel zu Genussmittel kultivieren.

Zu Beginn der Krise war ein massiver Zusammenhalt spürbar. Das ist jetzt nicht mehr so, wie Psychiater Reinhard Haller erklärt. „Aber wenn wir das unter dem besonderen Aspekt sehen, was es für die Kinder und Jugendlichen bedeutet, dann kann so eine Zeit auch durchaus stärkend. Wenn wir unsere Kinder zu Menschen erziehen können, die nicht nur Schönwetterkapitäne sind, dann ist das etwas ganz Wichtiges, was ihnen ihm Leben sicher helfen wird.“
Im Zusammenhang mit dem Thema Sucht könnte man auch einen Kurswechsel vollziehen und die Suchtmittel zu Genussmittel kultivieren. „Sie werden erstaunt sein, dass ich als Jahre langer Suchttherapeut nicht hier stehe und und mit mahnendem Zeigefinger sage: Trinkt ja nichts! Ich glaube, das ist schon verständlich, dass man in dieser Zeit bei all den Sorgen und der Langeweile, die man hat, auch dann und wann mal zum Alkohol greift“, betont Haller. Es gehe dabei vor allem um die Form, die Menge und die Regelmäßigkeit. Kurzum: Um die Kultivierung des Konsums. „Man sollte halt durchgehenden Konsum im Lockdown und schwere Berauschungen vermeiden.“

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