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Ärzte machen sich für Impfung stark

11.12.2020 • 20:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Covid-19-Impfungen könnten in Vorarlberg bereits im Jänner ­starten.

Für die Covid-19-Impfung bereit ist die Vorarlberger Ärzteschaft. Das haben die Verantwortlichen der Ärztekammer am Freitag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Gemeinsam mit dem Land und den Gemeinden werde man alles daran setzen, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, sagte Ärztekammer-Präsident Michael Jonas. Schließlich biete die Impfung die Möglichkeit, zur Normalität zurückkehren zu können. Dafür brauche es eine Durchimpfungsrate von mindes­tens 60 Prozent. Um die Bevölkerung davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen, werde es viel Aufklärung und transparente Information benötigen. Anhand der vorliegenden Daten könne gesagt werden, dass die Impfstoffe in Sachen Sicherheit und Wirksamkeit mit anderen anerkannten Impfstoffen vergleichbar seien. „Ich werde mich auf jeden Fall impfen lassen“, betonte Jonas.

Drei Phasen

Mindestens 60 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung – also etwa 200.000 Menschen – zu impfen, wird eine logistische Herausforderung, meinte der Covid-19-Beauftragte der Ärztekammer Robert Spiegel. Man stelle sich dieser Aufgabe jedoch gemeinsam mit dem Land und den Gemeinden. Den Menschen sollen einfache Zugänge geboten werden. 220 Ärzte hätten sich schon bereit­erklärt, Impfungen beispielsweise in Pflegeheimen oder anderen Betreuungseinrichtungen durchzuführen. Zudem werde die Vakzination auch in Ordinationen durchgeführt. Angedacht sei auch die Einrichtung von Impfstraßen und Impfzentren. Das Anmeldesystem des Landes, das bereits bei den Massentests genutzt wurde, könnte ebenfalls zum Einsatz kommen. Das Vakzin wird nach Angaben von Spiegel vom Bund zur Verfügung gestellt. Das Land koordiniere die Logistik.

Robert Spiegel sieht die Impfung als Ausweg aus der Pandemie. <span class="copyright">Mirjam Mayer</span>
Robert Spiegel sieht die Impfung als Ausweg aus der Pandemie. Mirjam Mayer

Die Impfung soll in drei Phasen durchgeführt werden. Zu Beginn stehen die Bewohnerinnen und Bewohner über 65 Jahren in den Pflegeheimen sowie das dortige Personal im Fokus. Ebenfalls in der ersten Phase sollen das Pflege- und Gesundheitspersonal in den Krankenanstalten, Ordinationen, Rettungsorganisationen und sozialen Diensten sowie Hochrisikogruppen mit Vorerkrankungen geimpft werden. Man sei bereit, sofort mit den Impfungen zu starten, sobald das Vakzin von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassen sei und zur Verfügung stehe, betonte Spiegel. Zwei Impfstoffe werden von der EMA derzeit geprüft. Die Entscheidung über eine Zulassung soll in einem Fall bis 29. Dezember beziehungsweise im anderen Fall bis 12. Jänner fallen. Daher könnte bereits im Jänner die erste Phase der Impfungen starten.
In einem zweiten Schritt könnten dann im Februar beziehungsweise März alle Personen über 65 Jahren sowie Personal in den Bereichen Sicherheit, Justiz, Schulen und Bildungseinrichtungen, kritische Infrastruktur und Einrichtungen zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens geimpft werden. Ab April könnte das Programm dann auf die gesamte Bevölkerung ausgerollt werden. Bis Ende des Jahres könnte dann die angestrebte Durchimpfungsrate im Land erreicht sein, meinte der Covid-19-Beauftragte.
Um den nötigen Schutz zu erreichen, sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig. Nach der zweiten Dosis dauert es dann laut Spiegel noch einmal zwei Wochen, bis der Impfschutz eintritt. Gerade in Zeiten einer Pandemie könne dies eine lange Zeit sein. „Allerdings ist es ein sehr guter Weg aus der Krise herauszukommen“, betonte der Mediziner.

Gabriele Gort hofft auf eine Rückkehr zur Normalität in den Pflegeheimen. <span class="copyright">Mirjam Mayer</span>
Gabriele Gort hofft auf eine Rückkehr zur Normalität in den Pflegeheimen. Mirjam Mayer

Isolation in Pflegeheimen

Gabriele Gort, Sprecherin der Allgemeinmediziner, und Alexandra Rümmele-Waibel, Impfreferentin der Ärztekammer und Kinderärztin, appellierten an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Gort, die auch im Pflegeheim tätig ist, erinnerte daran, dass gerade im ersten Lockdown im Frühjahr die Isolation für viele Bewohner in Pflegeheimen ein Problem war. Umso wichtiger sei es, dass sich auch das Personal und die Angehörigen der Betroffenen impfen lassen, um möglichst bald wieder zur Normalität in den Heimen zurückkehren zu können.
Alexandra Rümmele-Waibel sah die Impfung auch als Chance, zumindest in den Familien wieder normal leben zu können, auch wenn es aufgrund der Pandemie beispielsweise in der Öffentlichkeit noch Einschränkungen gebe. Robert Spiegel erinnerte daran, dass sich die Welt derzeit in einer Pandemie befinde. Mit der Impfung habe man nun eine Waffe im Kampf gegen das Virus.

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