Allgemein

„Arbeitgeber muss sich alles gefallen lassen!“

14.12.2020 • 22:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
 Landesgericht Feldkirch<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Landesgericht FeldkirchKlaus Hartinger

Lecher Hotelier bezahlt Kellnerin 280 Euro an ausständigem Lohn.

Als Arbeitgeber muss man sich alles gefallen lassen!“, rief der Beklagte im Gerichtssaal 130. Der Hotelier aus Lech fühlte sich von seiner ehemaligen Kellnerin erpresst: Entweder er zahlt, sonst droht ihm ein Arbeitsprozess mit ungewissem Ausgang.

Der Gastronom entschied sich fürs Bezahlen. Die Streitparteien in dem Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch schlossen am Montag in der ersten Verhandlung einen gerichtlichen Vergleich zur sofortigen Beendigung des Verfahrens ab. Mit der gütlichen Einigung verpflichtete sich der Beklagte, seiner ehemaligen Kellnerin 280 Euro zu überweisen.

Seine frühere Arbeitnehmerin hatte 470 Euro eingeklagt. Davon entfielen 250 Euro auf angeblich noch nicht bezahlte Arbeitsstunden und 220 Euro auf eine besondere Form einer Kaution. 220 Euro hatte die Kellnerin vorsorglich für allfällige Differenzen zwischen Abrechnungen und tatsächlich verkauften Bar-Getränken beim Barmann des Hotels abgeliefert.

Nicht bereit für Zahlungen

Zunächst war der Hotelier zu gar keinen Zahlungen bereit gewesen. Er behauptete während der Gerichtsverhandlung, die Kellnerin habe ihre Aufzeichnungen über ihre Arbeitsstunden manipuliert und überhöhte Lohnforderungen erhoben. Zudem vertrat er den Standpunkt, was die Kellnerin dem Barmann für möglichen Schwund gezahlt habe, gehe ihn nichts an. Der Klagsvertreter von der Arbeiterkammer bestritt die angeblichen Manipulationen und meinte, Verantwortung für mögliche Schwund-Zahlungen trage letztlich sehr wohl der Arbeitgeber.

Wien und Corona

Die Klägerin war zur Verhandlung nicht erschienen. Ihr Fernbleiben entschuldigte ihr Rechtsvertreter mit dem Wohnort der Klägerin in Wien und mit Corona. Eine weitere Ex-Arbeitnehmerin hat den Hotelier auf ausständigen Lohn und wegen einer Schwund-Kaution geklagt. Der Gastronom will mit einer Vergleichszahlung den Arbeitsprozess am 8. Jänner 2021 noch verhindern

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.