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Erwachsenenvertreter: 31.000 Euro abgezweigt

15.12.2020 • 19:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für vorbestraften 46-Jährigen.

Der Enkel hat seine Großmutter monatelang betrogen. Der geständige 46-Jähige hat heuer zwischen Februar und Juni als Erwachsenenvertreter seiner Oma von ihrem Konto 31.000 Euro auf sein Konto überwiesen.
Dafür wurde der mit einer einschlägigen Vorstrafe belas­tete Angeklagte am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten Haftstrafe von vier Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 2400 ­Euro (300 Tagessätze zu je 8 Euro) verurteilt. Zudem hat der geringfügig beschäftigte Notstandshilfebezieher 960 Euro aus seiner offenen Vorstrafe dem Gericht zukommen zu lassen. Und für die Verfahrenskosten hat er als symbolischen Pauschalbetrag 150 Euro zu entrichten. Des Weiteren wird der Unterländer die abgezweigten 31.000 Euro zurückzuzahlen haben.
Das Urteil, mit dem der Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist nicht rechtskräftig; weil der Beschuldigte ohne Anwalt erschienen ist, erhält er automatisch drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht umgerechnet neun Monaten Haft.

Schuldspruch wegen Betrugs

Im Mai ist der ledige Mann aus dem Bezirk Bregenz am Landesgericht wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs rechtskräftig schuldig gesprochen worden. Demnach hat er mit falschen Rechnungen Sozialbetrug begangen und das Arbeitsmarktservice um 5400 Euro geschädigt. Damals wurde über ihn eine teilbedingte Geldstrafe von 1920 Euro (240 Tagessätze à 8 Euro) verhängt. Trotz der seinerzeitigen Verurteilung hat sich der gerichtlich bestellte Erwachsenenvertreter weiterhin am Vermögen seiner Großmutter, deren Finanzgeschäfte er zu führen hatte, bereichert.
Als Tatmotiv führte Staatsanwalt Rusch die finanziell desaströse Situation des Angeklagten an. Der Beschuldigte sagte vor Gericht, mit den rechtswidrig erlangten Geldern habe er unter anderem sein Minus am Bankkonto abgedeckt und eine Autoreparatur bezahlt. Ursprünglich habe er beabsichtigt, seiner Großmutter das Geld zurückzuzahlen.

Ausbildung zum Finanzinvestor

Der 46-Jährige lässt sich nach eigenen Angaben bei einem Online-Kurs zum Finanzinvestor ausbilden. Richter Georg Furt­schegger merkte an, dem angehenden Investor hätte bewusst sein müssen, dass er für die angeblich beabsichtigten Rückzahlungen angesichts seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage 28 Monate benötigt hätte.