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Weitere Hürden für Seilbahn-Betreiber

16.12.2020 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Die Auflagen für Liftbetreiber sind hoch, dennoch soll am 24. Dezember die Skisaison beginnen. Archivbild/Berchtold

Fachgruppen-Sprecher kritisiert Kommunikation der Bundesregierung.

Ab dem 24. Dezember dürfen die Skigebiete in Vorarlberg öffnen. Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus versteht sich. Das Land Vorarl­berg hat diesbezüglich bereits vor Wochen den sogenannten Winterkodex verfasst, der den Pistensport und alle dazugehörenden Bereiche regeln soll.

Halbe Kapazität

Die Betreiber der Seilbahnen sahen sich gut auf den Saisonstart vorbereitet, der Hauptausschuss des Nationalrates hat nun aber mit einer Verordnung die Bedingungen für die Liftbetreiber nochmals erschwert. So wird zum Beispiel zusätzlich eine umfangreiche Risikoanalyse jedes Betriebs verlangt. Weiter wird der Betrieb geschlossener Fahrmittel, sprich auch Sessellifte mit Schutzhauben, auf die halbe Kapazität an Personen eingeschränkt werden.
Wie die Seilbahnsprecher Vorarlbergs in einer Aussendung klarstellten, kam dieser Beschluss für die Betroffenen durchaus überraschend. Sie fühlen sich bis zu einem gewissen Grad auch übergangen.

Keine Absprachen

Die Seilbahnen sehen eine Einbindung aller relevanten Interessengruppen als essenziell für die Entwicklung von Verordnungen. Dies sei aber nicht geschehen. Darum unterstreicht der Fachgruppen-Obmann der Vorarlberger Wirtschaftskammer Andreas Gapp: „Es wäre richtig und wünschenswert, wenn den Spezialisten mehr zugehört würde. Denn nur wenn man allen zuhört, sind ausgewogene gesellschaftliche Lösungen möglich.“
Doch es ist nicht allein die fehlende Einbindung, die den Liftbetreibern sauer aufstößt. Auch der Umgang und die Kommunikation lassen laut den Branchensprechern zu wünschen übrig.

„Gutes Krisenmanagement zeichnet sich durch ein unaufgeregtes und konstruktives Zusammenspiel aus. Laute, öffentliche Kritik an allem und jedem bringt uns nicht ans Ziel. Wir müssen gerade in einer solchen Krise zusammenstehen. Das fordern wir von allen verantwortlichen Systempartnern“, gibt sich Gapp nachdenklich.

Positiv sieht er knapp den Umstand, dass nun Klarheit über die Bedingungen herrscht. „Es wird nicht einfach für die Bergbahnen ab Weihnachten zu öffnen, aber es geht vielen Branchen gerade ähnlich. Wir jammern sicher nicht. Aktuell analysieren wir noch die neuen Verordnungen und hoffen trotz dieser, an Weihnachten gut starten zu können“, erklärt Gapp.

Zahlen zu den Seilbahnen

Die Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg vertritt die Interessen von 71 Mitgliedern und 32 Skigebieten. Vorarlbergweit sind 306 Bahnen und Lifte in Betrieb, die insgesamt rund 1000 Pistenkilometer bedienen. Durchschnittlich sind über 1000 Mitarbeiter und 20 Lehrlinge bei den Vorarlberger Seilbahnbetrieben beschäftigt. Jährlich erwirtschaften die Vorarlberger Seilbahnen einen Nettoumsatz aus Personenbeförderung von rund 150 Millionen Euro und reinvestieren im Schnitt 50 Millionen Euro.

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