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Zugschaffner bei Streit geschlagen

17.12.2020 • 18:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der 57-Jährige wollte keine Mund-Nasen-Schutzmaske anziehen. <span class="copyright">Reuters</span>
Der 57-Jährige wollte keine Mund-Nasen-Schutzmaske anziehen. Reuters

Geldstrafe für unbescholtenen 57-Jährigen – keine Diversion.

Der 57-jährige Fahrgast der Montafonerbahn weigerte sich, eine Corona-Schutzmaske zu tragen. Deshalb wurde er am 10. September in Lorüns vom Schaffner des Zuges verwiesen. Daraufhin wurde der Passagier aggressiv und verpasste dem Zugbegleiter nach den gerichtlichen Feststellungen zwei Ohrfeigen auf die linke und die rechte Backe. Der Schaffner erlitt dabei nach eigenen Angaben leichte Schmerzen.

Drei Jahre Probezeit

Der Vorfall trug dem Zugfahrgast bei der Hauptverhandlung am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch im Sinne der Anklage wegen des Vergehens der Körperverletzung zum Nachteil eines Kontrolleurs eines öffentlichen Verkehrsmittels ein. Dafür wurde der unbescholtene Frühpensionist zu einer teilbedingten Geldstrafe von 800 Euro (200 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 400 Euro. Die anderen 400 Euro wurden ihm für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen.

Angeklagter uneinsichtig

Strafrichterin Claudia Hagen wollte die Strafsache diversionell erledigen. Aber der Angeklagte, der eine gerichtlich bestellte Erwachsenenvertreterin hat, war uneinsichtig und übernahm keine Verantwortung für sein Fehlverhalten. Deshalb wurde ihm keine Diversion, in Form einer Geldbuße, angeboten. Mit einer Diversion hätte das Strafverfahren eingestellt werden können. Dann wäre dem 57-Jährigen eine Verurteilung und damit eine Vorstrafe erspart geblieben.
Der Angeklagte sagte, er würde wieder tun, was er bei dem Vorfall gemacht habe. Denn der Schaffner habe wie ein Gorilla versucht, ihn aus dem Zug zu drängen. Zudem habe er den Zugbegleiter mit der flachen Hand nicht zwei Mal geschlagen, sondern nur ein Mal. Dabei habe es sich im Übrigen nur um ein leichtes „Liebestatscherl“ gehandelt.

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