Allgemein

“Ab 26. Dezember: Treffen Sie niemanden”

18.12.2020 • 19:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
CORONA: REGIERUNGS-PK NACH BUND-LAeNDER-VIDEOKONFERENZ / KURZ; ANSCHOBER
CORONA: REGIERUNGS-PK NACH BUND-LAeNDER-VIDEOKONFERENZ / KURZ; ANSCHOBER APA/HERBERT NEUBAUER

Regierung hat Plan für kommenden Wochen vorgelegt.

Österreich wird ein drittes Mal “heruntergefahren”: Nach den Weihnachtsfeiertagen werden weite Teile des Handels am 27. Dezember wieder nicht aufsperren, Dienstleister wie Friseure müssen geschlossen halten – und die Schulen werden ab 7. Jänner nur Distanzunterricht und Betreuung für jene, die es brauchen, anbieten.

Dauern wird das bis 18. Jänner, danach dürfen jene, die einen negativen Covid-Test vorweisen können, wieder voll einkaufen gehen, für Test-Verweigerer dauert der Lockdown bis 24. Jänner. Dazu wird es am Wochenende 16./17. Jänner eine zweite Massentest-Runde geben, damit sich jeder “frei-testen” kann.

“Wir haben inzwischen niedrigere Ansteckungszahlen als viele andere Länder in Europa”, so Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) – was zum einen das Weihnachtsgeschäft erlaube, zum anderen ein “würdevolles Begehen des Weihnachtsfests”.

Ausgangsbeschränkungen zu Silvester

Allerdings sei die Prognose schlecht: “Wir können uns schon jetzt darauf einstellen, dass bei uns jederzeit ein exponentielles Wachstum möglich wäre”. Um darauf zu reagieren, habe Österreich sich entschlossen, “das Weihnachtsfest zu begehen wie geplant” und danach wieder herunterzufahren, um auf eine 7-Tage-Inzidenz von unter 100 zu kommen. “Das bringt uns durch die Wintermonate bis zur Impfung”, so Vizekanzler Wernker Kogler, “wir müssen weiter runter mit den Zahlen”, so Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne). “Die Maßnahmen sind beschwerlich, das wissen wir”, so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) – “aber sie sind notwendig, damit wir alle wieder zu unserer geliebten Normalität zurückkehren können”.

Bisher unbekannte Punkte aus den neuen Regeln: Auch zu Silvester werden die Ausgangsbeschränkungen ganztägig gelten; für den Handel bleibt “Klick & Collect”-Abholung erlaubt; für viele Berufsgruppen gilt die Wahl, sich regelmäßig testen zu lassen oder eine FFP2-Maske zu tragen.

Alle Eckpunkte per Vorab-Information aus dem Kanzleramt:

Die nächsten Wochen

3 Phasen nach Weihnachten

Phase 1: Runterdrücken der Zahlen durch Verschärfung der Maßnahmen

Phase 2: Durch Testen die Zahlen unten halten

Phase 3: Durch die Impfung zur Normalität zurückkehren

Weihnachten:

Die Regelungen für 24. und 25. Dezember bleiben aufrecht.

Treffen von 10 Personen möglich.

Zu Silvester gilt bereits eine ganztägige Ausgangsbeschränkung.

Phase 1: Runterdrücken der Zahlen durch Verschärfung der Maßnahmen

Ab 26. Dezember bis 24. Jänner gelten Ausgangsbeschränkungen wieder den ganzen Tag. Handel und körpernahe Dienstleistungen werden geschlossen, click & collect ist im Handel möglich – Öffnungen ab 18. Jänner. Schulen 7. Jänner bis 17. Jänner im Distance Learning. Outdoor-Sport (inklusive Aufsteighilfen): Erlass mit Regelung vor Ort durch Land oder Bezirk: Wenn Entscheidung zur Öffnung, dann muss Sicherheit mit strengen Schutzmaßnahmen gewährleistet werden.

Freitesten:

Wer sich testen lässt, kann ab 15./16./17. Jänner (Massentest-Termin) mehr Freiheiten erwerben (tagsüber Treffen mit einem anderen Haushalt, Handel, etc.)

Nicht Testung bedeutet weiterhin ganztägige Ausgangsbeschränkungen und überall, wo man hindarf (z.B.: Arbeit, Lebensmittel einkaufen) FFP 2 Maske wo sonst MNS vorgeschrieben ist

Öffnungsschritte

In der Woche 18.-24. Jänner (letzte Woche ganztägige Ausgangsbeschränkung) öffnen Schule, Handel und Gastronomie für alle mit Antigen-Test nicht älter als 1 Woche

Schüler und Lehrer ohne negativem Testergebnis müssen eine FFP2-Maske tragen

Am 18. Jänner: Öffnung (überall mit strengen Auflagen und negativem Testergebnis): Kultur, Gastro, Tourismus, Sport (kontaktlos, Zuschauer)

Phase 2: Durch Testen die Zahlen unten halten

Tests von Berufsgruppen

Verpflichtung FFP2 Maske oder Test – Berufsliste für regelmäßige Testung (einmal pro Woche)

Lehrerinnen und Elementarpädagoginnen

Friseure und körpernahe Dienstleistungen

Gastronomie – Personal mit Kundenkontakt

Handel – nur wenn direkter Kundenkontakt

Verkehr – alle Personen mit Fahrgastkontakt, auch Buslenker

Gesundheitsbereich: alle Berufe mit regelmäßigen Patientenkontakt

Alten- und Pflegeheime: Testung zweimal pro Woche (bereits jetzt geregelt)

Bauwirtschaft – bevorzugt wäre betriebliche Ebene

 

Regionen

Regionen, in denen die Neuinfektionen eine bestimmte 7-Tages-Inzidenz (Basis: AGES-Zahlen) überschreiten

Massentestung muss durchgeführt werden und Lockdown wird regional verhängt

Möglichkeit zum Freitesten

Phase 3: Durch die Impfung zur Normalität zurückkehren

Ab 27. Dezember wird in Österreich geimpft. Umsetzung Impfstrategie des BMSGPK

Ziel der Operation sei ein Absenken der “7-Tage-Inzidenz” – jener Kennzahl, die die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen auf 100.000 Einwohner herunterbricht und damit international vergleichbar ist – auf zumindest 50 bis 100 (derzeit steht sie in Österreich über 200). Erst dann könnte die normale Bekämpfung des Virus durch Kontaktverfolgung, regelmäßige Massentests und den parallelen Vormarsch der Impfung erfolgreich sein, um “der Pandemie nachhaltig das Genick zu brechen“, so Kurz.

Ziel: Ab 18. Jänner wieder Kultur und Gastro

Ab 18. Jänner sei das Ziel, alles wieder aufzusperren – inklusive Kulturinstitutionen, Hotels und Gastronomie. Dann soll auch permanent ein flächendeckendes Angebot an gratis-Antigentests zur Verfügung stehen. Organisieren sollen das Bundesheer und Länder.

Der Entscheidung waren intensive Gespräche mit den Bundesländern vorhergegangen: Bis 3 Uhr früh hätten die Verhandlungen gedauert, so Kurz – besonders bei der Einschränkung von Freiluftsportanlagen (Skipisten usw.) hätten Ländervertreter wie Tirols Günther Platter (ÖVP) und Wiens Michael Ludwig (SPÖ) ins Treffen geführt, dass sich die Freizeitgestaltung dann in private Innenräume verlegen würde, wo das Ansteckungsriskio am höchsten sei.

Kompromiss: Die Länder können selbst entscheiden, was sie an Frischluftaktivitäten erlauben, was nicht.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.