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Haft nach Anstiftung zu drei Raubüberfällen

18.12.2020 • 19:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbobild/Shutterstock

Dreieinhalb Jahre Gefängnis für unbescholtenen 41-Jährigen.

Der Angeklagte versuchte 2010 nach den gerichtlichen Feststellungen, mit drastischen Mitteln Geldschulden aus Drogenverkäufen bei einem 20-jährigen Bosnier aus Feldkirch einzutreiben. Demnach forderte der beschuldigte Bosnier seinen jungen Landsmann dazu auf, drei bewaffnete Raubüberfälle auf Sportwettlokale in Götzis und Hard und zwei Einbrüche in ein Postamt in Feldkirch und ein Wettlokal zu begehen. Sowohl die Überfälle als auch die Einbruchsdiebstähle missglückten.

Erpressung

Zudem hat der 41-jährige Angeklagte nach Ansicht der Richter vom Feldkircher mehrere Tausend Euro erpresst und ihm die Entführung seiner Mutter angedroht.
Für all das wurde der unbescholtene Untersuchungshäftling am Freitag am Landesgericht Feldkirch zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer ist nicht rechtskräftig. Der von Bernhard Graf verteidigte Angeklagte und Staatsanwältin Daniela Forster nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.
Der Schuldspruch erfolgte wegen Anstiftung zum versuchten schweren Raub und zum schweren Einbruchsdiebstahl, wegen Erpressung und schwerer Nötigung. Zum Vorteil des Angeklagten gelangte der aktuelle Strafrahmen von 1 bis 15 Jahren Gefängnis für schweren Raub zur Anwendung. Zu den Tatzeiten galt noch eine Strafdrohung von 5 bis 15 Jahren Haft.
Freigesprochen wurde der Angeklagte im Zweifel vom Vorwurf, er sei 2007 an einem Einbruch in ein Feldkircher Wohnhaus mit Beute im Wert von 44.000 Euro beteiligt gewesen.
Der 41-jährige Bosnier beantragte einen Freispruch. Er gab an, er habe mit den Anklagevorwürfen nichts zu tun. Er sei lediglich der Geldbote für die Drogengeschäfte gewesen. Der Strafprozess fand deshalb erst zehn Jahre nach den angeklagten Taten statt, weil der Bosnier erst im Juli festgenommen werden konnte.

Belastungszeugen

Bereits 2011 wurden der 1990 geborene Bosnier aus Feldkirch und dessen 1966 geborener bosnischer Komplize am Landesgericht für die gescheiterten Raubüberfälle und Einbrüche verurteilt: vier Jahre Gefängnis für den jüngeren Täter, sechs Jahre für den älteren. Sie belasteten den nunmehrigen Angeklagten nach Überzeugung der Richter mit glaubwürdigen Aussagen.
Einer der Überfälle scheiterte, weil die mit einer Gaspistole bedrohten Angestellten und Kunden in einem Wettlokal mit ihren Schreien den Angreifer in die Flucht schlugen.

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