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Zulieferer sind in arger Bedrängnis

18.12.2020 • 19:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zulieferer, die sich auf das Geschäft mit Hotels spezialisiert haben, stehen im Regen. <span class="copyright">Archivbild/APA/HELMUT FOHRINGER</span>
Zulieferer, die sich auf das Geschäft mit Hotels spezialisiert haben, stehen im Regen. Archivbild/APA/HELMUT FOHRINGER

Zulieferer für Hotellerie und Gastro bekommen keinen Umsatzersatz.

Bis zum 18. Jänner sind Gastronomie und Hotellerie definitiv noch geschlossen. Die Spartensprecher der beiden Branchen forderten zuletzt Planungssicherheit und eine klare Ansage der Bundesregierung, wie es nach dem Lockdown weitergehen wird. Stand jetzt ist geplant, dass die Betriebe mit dem 18. Jänner ihre Türen und Tore wieder öffnen dürfen, allerdings nur für Personen, die einen negativen Testbefund vorweisen können. Weiter wird es davon abhängen, wie sich der dritte Lockdown auf die Zahlen auswirken wird.
Bereits vor dem dritten Lockdown hieß es, dass es für Gastronomie und Hotellerie in diesem Winter nicht mehr um Umsatzgewinne ginge, sondern ums reine Überleben. Ein Restgeschäft mit den Wintertouristen würde zumindest den Fortbestand sichern. Derzeit bekommen die Unternehmen 50 Prozent Umsatzersatz und können sich somit über Wasser halten.

Im Regen stehen gelassen

Anders sieht es hingegen für die Zulieferer aus. Im Gegensatz zu Hotellerie und Gastronomie schauen die Zulieferbetriebe in Bezug auf Umsatzersatz oder anderweitige Förderungen durch die Finger.
„Die Zulieferer leiden gleich unter der Situation wie die Tourismusbetriebe selbst – stehen aber völlig im Regen“, kritisiert Spartenobmann Bernhard Feigl. Die Situation ist für einige ­Unternehmen, die Kooperationen mit den geschlossenen ­Branchen haben, existenzbedrohend.
„Ein Fleischer oder Bäcker beispielsweise, der fast ausschließlich Restaurants und Hotels beliefert, ist zwar auf dem Papier nicht von diesen ­gesetzlichen Regelungen für die Gastro- und Hotelbranche betroffen – faktisch gibt es aber keinen Unterschied zwischen direkt und indirekt: Der Betrieb hat keine Geschäftsgrundlage mehr und erhält dafür bisher auch keinen Umsatzersatz“, führt Wolfgang Fitz, Innungsmeister des Lebensmittelgewerbes, aus.

Bis zu 90 Prozent Einbußen

Wie die Wirtschaftskammer berichtet, fällt den Zulieferbetrieben je nach Kundenstruktur zwischen 30 bis 90 Prozent am Gesamt­umsatz weg. Vor allem das weggefallene Weihnachts- und Silvestergeschäft schlägt sich deutlich in der Bilanz nieder.
„Es ist höchste Zeit, den vom verlängerten Lockdown im Tourismus indirekt betroffenen Branchen eine über den Fixkos­tenzuschuss hinausgehende Hilfestellung zu geben – noch heuer“, lautet die Forderung des Branchensprechers Feigl in Richtung Bundesregierung.
Zusätzlich hoffen alle Beteiligten, dass Gastronomie und Hotellerie mit 18. Jänner tatsächlich öffnen dürfen, um zu retten, was für die Zulieferer kaum noch zu retten ist.

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