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Ein “positiver” Test ohne Anwesenheit

20.12.2020 • 13:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Alexander Choroschilow kann es nicht glauben: Positiver Test in Italien - ohne je in Italien gewesen zu sein
Alexander Choroschilow kann es nicht glauben: Positiver Test in Italien – ohne je in Italien gewesen zu sein APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Choroschilow wurde positiv getestet, obwohl er keinen Test machte.

Die russischen Betreuer staunten nicht schlecht, als das Mail aus dem Fassa-Tal kam, in dem zu lesen stand, dass Alexander Choroschilow einen positiven Coronatest abgegeben habe (siehe Bild). Man müsse sich, stand darin zu lesen, ab sofort streng an die internationalen Vorschriften halten, was Absonderung des positiv Getesteten wie auch dessen Betreuerteam rund um Cheftrainer Jani Hladnik betreffe. Gezeichnet war die Nachricht vom Rennarzt der Europacupbewerbe in Pozza di Fassa am 17./18. Dezember.

So weit, so gut. Denn positive Tests sind in Zeiten wie diesen nicht unbedingt außergewöhnlich. Dieser allerdings schon, oder sogar mehr als das. Denn: Choroschilow war nie bei den Europacuprennen in Pozzo di Fassa. „Ein Wahnsinn. Hätten wir das nicht nachweisen können, wäre er ohne Chance auf Widerspruch in Quarantäne gesteckt worden – mit falschem Test, die Rennen in Alta Badia und Madonna wären dahin gewesen“, echauffiert sich der Steirer Wolfgang Mitter, der Teammanager der Russen. Man habe zwar ursprünglich mit dem Gedanken gespielt, aus Gründen der Vorbereitung an den Rennen teilzunehmen, diesen Plan aber verworfen. “Und nicht nur das: Wir haben Alexander und seinen Servicemann sogar vom restlichen Team isoliert und in der Ramsau alleine einquartiert, damit die Ansteckungsgefahr geringer wird.”

Ein "positiver" Test ohne Anwesenheit
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Die Krux mit der “Absonderung”

Was folgte, waren viele Telefonate, um Klarheit in den Sachverhalt zu bringen. Das gelang – zum Glück. Denn: Eine Quarantäne in der kommenden Woche wäre für den Top-zehn-Läufer der Weltrangliste in vielen Punkten ein Tiefschlag; da geht es auch um die Startnummer, Preisgeld, etc. etc. Aber es gelang. Was Mitter so erbost: “Man stelle sich vor, er wäre dort gewesen und hätte diese Nachricht bekommen. Dann hätten wir tun können, was wir wollen, dann gilt das Wort des Arztes. Weil dann wären sie dort wahrscheinlich der Sache nicht einmal auf den Grund gegangen.”

Das Argument, dass man ohne körperliche Anwesenheit aber auch keinen Test abgegeben haben könne, der dann positiv sei, war letztlich aber schlagend, die Veranstalter gestanden ihren Fehler ein. Was folgte, war eine Nachricht: „Tut uns leid. Es sind harte Zeiten, bitte um Verständnis.“ Dieses, sagt Mitter, halte sich aber in Grenzen … Obwohl Choroschilow am Montag und Dienstag im Weltcup zu sehen sein wird. So sein Test am Sonntag in Alta Badia nicht wirklich positiv sein sollte.

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