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Regierung bereitet Landeverbot vor

20.12.2020 • 14:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Regierung bereitet Landeverbot vor

Im Vereinigten Königreich greift eine Corona-Mutation um sich.

Wie die Kleine Zeitung aus Regierungskreisen erfuhr, bereitet das Gesundheitsministerium in Absprache mit dem Außenministerium ein Landeverbot für Flüge aus den Vereinigten Königreich vor. Dort verbreitet sich eine Mutation des Corona-Virus, die offenbar um 70 Prozent ansteckender ist. In London gilt daher wieder ein harter Shutdown mit weitreichenden Ausgangssperren.

An einer entsprechenden Verordnung wird im Gesundheitsministerium gerade gearbeitet. Sie soll zeitnah in Kraft treten.

Am Flughafen Wien landen laut Flugplan am heutigen Sonntag fünf Flugzeuge aus Großbritannien, in Innsbruck sechs, in Salzburg eines. Am Flughafen Graz und in Klagenfurt gibt es heute keine Ankünfte aus England.

In Österreich bislang nicht nachgewiesen

Eine in Großbritannien für Aufregung sorgende neue Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 ist in Österreich bisher nicht aufgetaucht. “Diese Virusmutation wurde in Österreich bisher nicht nachgewiesen”, hieß es am Sonntag aus dem Gesundheitsministerium. Ersten Erkenntnissen zufolge ist die neu entdeckte Variante ansteckender als bisherige Formen des Virus. Es gibt aber keinen Hinweis, dass sie schwerere Verläufe auslöst oder Impfungen nicht wirksam sein könnten.

Schon derzeit gebe es strenge Auflagen, betonte das Gesundheitsministerium: Großbritannien wird als Staat mit erhöhtem Infektionsrisiko angesehen, weshalb für Einreisende eine Quarantänepflicht gilt. Ein Freitesten aus der zehntägigen Quarantäne ist frühestens nach dem fünften Tag möglich.

Auch andere Länder verbieten Flüge

Die Niederlande sprachen wegen der Virus-Mutation als erstes Land ein Flug-Verbot aus: Ab heute bis zunächst 1. Jänner darf dort kein Flugzeug aus England mehr landen.

Die niederländische Regierung begründete ihren Schritt mit einer Empfehlung des Instituts für Umwelt und Gesundheit RIVM, die Einschleppung dieses Virusstammes aus dem Vereinigten Königreich so weit wie möglich zu begrenzen, indem die Reisebewegungen aus dem Vereinigten Königreich so weit wie möglich eingeschränkt oder kontrolliert würden.

Bereits Anfang Dezember sei bei einer Stichprobe in den Niederlanden ein Virus mit der im Vereinigten Königreich beschriebenen Variante identifiziert worden, hieß es weiter. Nach der Meldung aus Großbritannien werde dieser Fall weiter untersucht und geprüft, wer betroffen sei, wie es zu der Infektion gekommen sei und ob verwandte Fälle bekannt seien.

Auch Belgien kappt die Flug- und Zugverbindungen aus Großbritannien ab Mitternacht, kündigte ein Regierungsvertreter in Brüssel am Sonntag an. Regierungschef Alexander De Croo sagte im Fernsehsender VRT, die Aussetzung der Flug- und Zugverbindungen werde für mindestens 24 Stunden gelten. In Deutschland wird ein ähnlicher Schritt erwogen.

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