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Vom Bahnhof ins Oberdorf

21.12.2020 • 19:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Geschichtenerzählerin Hertha Glück spaziert durch Dornbirn.

Mit dem schönen, roten Bahnhofsgebäude im Rücken begibt man sich auf der Bahnhofstraße in Richtung Markplatz. An der Kreuzung rechts, flaniert man über den Marktplatz, der nicht nur dem Wahrzeichen der Stadt Dornbirn „Das Rote Haus“ Platz bietet, sondern auch zahlreichen denkmalgeschützten sowie architektonisch und geschichtlich beachtenswerten Bauwerken wie der St. Martinsbrunnen, die Stadtpfarrkirche St. Martin, der Pfarrhof, Wohn- und Geschäftshäuser Marktplatz 7, 8, 9 und 14. Das heutige Stadtarchiv im ehemaligen Lorenz-Rhomberg-Haus. Die Ortswahl der Stadtpfarrkirche St. Martin erinnert an einen sagenhaften Streit über den Bau der Kirche. Denn Oberdorf, Unterdorf, Mühlebach und Stieglingen stritten sich, wo die Kirche errichtet werden sollte. Als keine Einigung zustande kam, beschlossen sie, einem Gespann mit zwei Ochsen von der Bergparzelle Schauner freien Lauf zu lassen. Dort wo sie stehen bleiben, sollte die Kirche gebaut werden.

Stadtbibliothek Dornbirn <span class="copyright">Glück</span>
Stadtbibliothek Dornbirn Glück

Marktplatz

Das Rote Haus (Wohn- und Geschäftshaus am Marktplatz 13) ist das Wahrzeichen Dornbirns und stammt aus dem Jahr 1639. Ein schönes Beispiel für die hier früher vorherrschende Holzbauweise. Schon alleine auf dem Markplatz ließe sich länger verweilen, aber nun schlendert man am Roten Haus vorbei und zweigt gleich mal rechts ab in die Realschulstraße. Man bleibt geradeaus und nimmt die Linkskurve, die einen direkt zur Stadtbibliothek Dornbirn führt, einem architektonischen Vorzeigeprojekt. Die Schritte führen weiter zur Erlebnis Naturschau Inatura, angesiedelt in der ehemaligen Gießerei, Maschinen– und Wasserturbinenfabrik der Rüsch-Werke (1827 von Josef Ignaz Rüsch gegründet). Gleich hinter dem Gebäude erwartet einen der Stadtgarten mit dem Müllerbach. Immer noch rechts kommt man in die Schmelzhütterstraße, bei der Firma Heizung Hopp rechts, um dann links ab zur Dornbirner Ache zu gelangen.
Wieder stadtaufwärts erreicht man bald die große Straßenkreuzung, jedoch darf unterwegs erwähnt werden, dass die Stadt Dornbirn auf einem Schwemm-Schuttkegel der Dornbirner Ache, des Steinebaches, des Stiglbaches, des Küferbaches und des Fallbaches und Schwemmlandboden der Rheinebene liegt. Über die Straße, rechts ab am Energieinstitut und an der Fachhochschule vorbei nimmt man an der Straßenkreuzung bergwärts die Sägerstraße, dann die Sebastianstraße in Richtung Oberdorf. Leicht ansteigend passiert man bei der Hausnummer 4 das ehemalige Waschhaus aus Sandstein, ganz oben an der Kuppe mündet die Sägerstraße in die Schlossgasse.

Auf dem Weg zur Inatura mit naturnahem Stadtpark <span class="copyright">Glück</span>
Auf dem Weg zur Inatura mit naturnahem Stadtpark Glück

Ältestes Bauwerk

Geht man hier noch weiter entdeckt man das „Schlossguggerhaus“, das älteste erhaltene Bauwerk (1294) der Stadt Dornbirn, ein Gebäude aus dem Hochmittelalter. Dieser Rundgang zweigt an diesem Punkt links in die Kirchgasse ab, so spaziert man wieder abwärts vorbei der Pfarrkirche St. Sebastian zur ehemaligen Villa Viktor Hämmerle (Oberdorferstraße 4) und zum Alten Kaplanhaus (Oberdorferstraße 6). Altehrwürdige Gebäude, die Geschichten erzählen wie in Bälde die Guntram Hämmerle Villa (Dr. Waibelstraße 14) mit dem Alten Pestbild, erinnernd an die 1406 Pesttoten im Jahre 1629. Dieses Pestbild spielt heute noch in einer Sage eine magische Rolle. Die Dr. Waibelstraße hinabschlendernd steht man wieder in Kürze beim Marktplatz und findet leicht den Weg zurück zum Bahnhof, dem Ausgangspunkt.