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“Corona hat Album durchaus geprägt”

22.12.2020 • 18:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit Vicky Gonzales haben Gallo Pinto dieses Mal einen Gast dabei.                         <span class="copyright">Lukas Breuer</span>
Mit Vicky Gonzales haben Gallo Pinto dieses Mal einen Gast dabei. Lukas Breuer

Band Gallo Pinto legt ihr zweites Album “Amor y Revolución“ vor.

Amor y Revolución“ heißt Ihr zweites Album. Um welche Revolution geht es denn?
Bernhard Widerin:
Dieses Zitat kommt aus einem Lied über Kuba. Natürlich kann aber auch die Liebe eine Revolution in einem Menschen auslösen.

Auf dem Album sind traditionelle Lieder aus Lateinamerika und Eigenkompositionen. Wie wird die Auswahl getroffen und wer komponiert?
Bernhard Widerin:
Bei den eigenen Liedern hat diesmal jeder einen Beitrag gebracht. Außerdem hat beim aktuellen Album auch Vicky González aus Mexiko mitgewirkt und auch Lieder beigesteuert. Es ist somit eine bunte Mischung von Liedern aus Lateinamerika, Spanien und Vorarlberg geworden.

Gesungen wird auf Spanisch. Was kann Spanisch, was Deutsch oder Englisch nicht können?
Vicky Gonzales:
Spanisch hat, wie jede Sprache, ihr ganz eigene Metrik und ihren eigenen Rhythmus. Diese Mischung der sprachlichen und musikalischen Rhythmen ergibt dann die Musik von Gallo Pinto.
Bernhard Widerin: Für mich klingt Spanisch nach Liebe und Urlaub. Das ist aber natürlich ein Klischee. Für uns hat sich die Sprache aber eigentlich ergeben, weil wir Lieder aus ­Lateinamerika nachgesungen hatten.

Gallo Pinto sind Daniel Amann, Bernhard Breuer sowie Bernhard und Martin Widerin. Mit „Amor y Revolución“ legen sie ihr zweites Album vor. Darauf sind zwölf erneut äußerst eingängige, beschwingte Lieder, die je nachdem Urlaubsfeeling, Wehmut, Weltschmerz vermitteln. Gesungen wird – natürlich – über Liebe und Revolution, ein weißes Pferd, die Heilige Barbara, Galicien (mit einem Lied von Julio Iglesias) und viel „corazón“. Ein schön sentimentales Album, das nie kippt, weil dem Kitsch dann doch wieder mit Witz begegnet wird. Bestellt werden kann es unter www.gallopinto.eu oder mit einer E-mail an info@gallopinto.eu

Der Name Gallo Pinto bezieht sich auf ein Gericht, das aus Reis und Bohnen besteht. Wie kam es eigentlich zu dieser Namensgebung?
Bernhard Widerin:
Ich habe Gallo Pinto in Costa Rica als Frühstück kennengelernt und habe das auch hier immer wieder gemacht. So lag dieser Name irgendwie auf der Zunge.

Wie hat sich Corona auf die Albumproduktion ausgewirkt?
Bernhard Widerin:
Nach unserer ersten Aufnahmerunde bei Chris Laine in Bildstein kam bereits der erste Lockdown und wir waren gezwungen, den Rest in einer anderen Arbeitsweise aufzunehmen. In Summe mussten wir mehr in Heimarbeit machen, was natürlich den Klang auch beeinflusst hat. So ist zum Beispiel beim Lied „Patatas Bravas“ auch etwas Reggaeton eingeflossen. Corona hat das Album also durchaus geprägt.
Martin Widerin: Normalerweise sind wir es gewohnt, im Kreis zu stehen und zu spielen. Da kann jeder auf den anderen eingehen. Bei der Produktion im Lockdown mussten die Aufnahmen von einem Computer zum nächs­ten und von einem Musikanten zum nächsten weitergereicht werden, ohne, dass man auf Tempo oder andere Feinheiten der Kollegen Rücksicht nehmen konnte. Aber es war auch eine spannende Erfahrung.

Wie ist es, ein Album zu produzieren, ohne zu wissen, wann man die Lieder wieder vor Publikum spielen kann?
Bernhard Widerin:
Es ist natürlich sehr schade, dass wir unsere Termine nun nicht wie geplant durchführen konnten. Wir konnten das mit der Fertigstellung jedenfalls nicht bleiben lassen und freuen uns nun, dass das Album hier ist. Nachdem es uns derzeit live nicht gibt, ist das Album eine gute Alternative.
Martin Widerin: Auftritte vor Publikum sind das Beste, das einem Musikanten passieren kann und durch keine Studioaufnahmen zu ersetzen. Und gerade bei dieser Musik ist es so, dass es die Zuhörer doch immer wieder in den Beinen juckt und sie sich zur Musik bewegen müssen.

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Sind schon Konzerte geplant?
Bernhard Widerin:
Die Planung ist derzeit überhaupt das Schwierigste, da weder wir noch die Veranstalter wissen, ob ein Auftritt tatsächlich durchführbar ist. Mit Sicherheit kann derzeit nur das Album angehört werden.