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Nicht betroffen: Skischuh-Hersteller

22.12.2020 • 18:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aufgrund der Pandemie konnte heuer noch nicht Skigefahren werden. Der Skischuhhersteller Strolz hat sich für ein solches Szenario abgesichert.<span class="copyright">Oliver Lerch</span>
Aufgrund der Pandemie konnte heuer noch nicht Skigefahren werden. Der Skischuhhersteller Strolz hat sich für ein solches Szenario abgesichert.Oliver Lerch

Sport & Mode Strolz insolvent, gilt nicht für Strolz Schuhe GmbH.

Der Skischuh-Hersteller Strolz Schuhe GmbH mit Sitz in Langen am Arlberg ist von der Insolvenz des beinahe gleichnamigen Sport- und Modehändlers Strolz GmbH in Lech am Arlberg nur indirekt als Lieferant betroffen. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass der Skischuh-Hersteller seine Schuhe unter anderem auch über den Vertragspartner Strolz in Lech/Zürs verkauft.
„Wir liefern rund 20 Prozent der Skischuhe an unseren langjährigen Partner Strolz GmbH. Insofern ist dieses Unternehmen unser wichtigster und größter Abnehmer und das spüren wir natürlich jetzt auch.“ Das erklärte Hannes Strolz, der geschäftsführende Mehrheitsgesellschafter der Strolz Schuhe GmbH, im wpa-Gespräch.
Das bedeute allerdings im Umkehrschluss, dass Strolz etwa 80 Prozent und damit den Großteil seiner Skischuhe an rund 400 andere Vertragshändler weltweit verkauft. „Es tut uns leid, dass unser Vertriebspartner für Lech/Zürs aufgrund der Pandemie eine solche Entwicklung genommen hat. Wir hoffen, dass es eine gute Lösung gibt“, so Hannes Strolz. Bei Strolz Schuhe jedenfalls werden die Produktion und der Vertrieb an Händler davon unabhängig unverändert weitergehen.

Eigenkapitalquote von 65 Prozent

Mit sieben Mitarbeitern kommt der Skischuh-Hersteller auf einen Jahresumsatz von rund 2,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liege bei etwa 65 Prozent. „Unser Ziel war es immer, einen ganzen Winter zu überstehen, wenn es einmal keinen Schnee und damit fast kein Geschäft geben sollte. Deshalb haben wir Reserven angelegt. Dass wir diese Reserven einmal wegen einer Pandemie benötigen, hätten wir auch nicht gedacht“, so Strolz.
Er sei deshalb zuversichtlich, dass das Familienunternehmen die aktuelle Situation ohne allzu gröbere Blessuren überstehen werde. Die Grundaufträge habe man im Herbst 2020 bereits ausliefern können. Zudem werde in Ländern wie der Schweiz oder Skandinavien, wo man immer noch Skifahren gehen dürfe, nach wie vor bestellt. Auch in Österreich habe die Nachfrage zuletzt wieder angezogen.

„Es tut uns leid, dass unser Vertriebspartner solche Entwicklung genommen hat.“

Hannes Strolz, Schuhhersteller

Pro Jahr produziert Strolz Schuhe rund 7000 Paar Skischuhe für Kunden insbesondere in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie in Frank­reich, Holland, Skandinavien, Australien, den USA und Japan. Der Exportanteil liegt bei etwa 50 Prozent. Strolz ist ausschließlich im B2B-Bereich tätig, die Skischuhe werden also nur an Vertragshändler verkauft. Diese nehmen nach den Vorgaben von Strolz Maß an den Füßen ihrer Kunden. Auf der Grundlage dieser Daten produziert Strolz in Langen am Arlberg einen Rohling, der dann wieder vor Ort vom Händler durch eine spezielle Schäumung an die Kundenfüße angepasst wird.
Die beiden Firmen Strolz Schuhe GmbH und Strolz GmbH verfügen allerdings über eine langjährige gemeinsame Geschichte und sind familiär verbunden. Die Gründung geht auf das Jahr 1921 zurück. Im Jahr 1990 wurde die Skischuh-Produktion in einem eigenen Unternehmen konzentriert.
Günther Bitschnau/wpa

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