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Totalausfall für nicht besicherte Gläubiger

22.12.2020 • 18:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der ehemalige Firmensitz der ehemaligen Firma Rentschler Fill Solutions in Rankweil.<span class="copyright">SAELY</span>
Der ehemalige Firmensitz der ehemaligen Firma Rentschler Fill Solutions in Rankweil.SAELY

Insolvenzverfahren bei der Impletio Wirkstoffabfüllung.

Die Insolvenz der Impletio Wirkstoffabfüllung GmbH in Dornbirn, die bis kurz vor Verfahrenseröffnung noch Rentschler Fill Solutions hieß und in Rankweil ansässig war, bringt für die Gläubiger die schon befürchteten Ausfälle in zweistelliger Millionenhöhe. Wie aus der Insolvenzdatei hervorgeht, wurde die Schlussrechnung von Masseverwalterin Eva Müller von den Gläubigern genehmigt. In der Folge gelangt eine Quote von 0,11 Prozent zur Ausschüttung.
Mit anderen Worten: Gläubiger, die nicht anderwärtig besichert sind, müssen de facto einen Totalausfall ihrer Forderungen hinnehmen. Über etwaige externe Absicherungen wurde im Verfahren selbst nichts bekannt. Nach Angaben von Regina Nesensohn, der Leiterin des KSV1870 Vorarlberg, belaufen sich die anerkannten Forderungen auf rund 20,7 Millionen Euro. Betroffen seien 130 Gläubiger, davon 47 Dienstnehmer.
Die hohen Forderungen der Gläubiger und die geringe Quote seien insbesondere damit erklärbar, dass das insolvente Unternehmen umfangreiche Investitionen in dem gemieteten Gebäude getätigt habe, die jedoch nicht abtrennbar seien. Gleichzeitig seien die meisten der medizintechnischen Geräte und Anlagen im Rahmen von Miet-Kauf-Vereinbarungen angeschafft worden und befinden sich somit nicht im verwertbaren Eigentum der Schuldnerin. Die Liegenschaft im Rankweiler Betriebsgebiet Römergrund befinde sich ebenfalls nicht im Eigentum der Schuldnerin.

Millionenforderungen

Ein Blick in die Gläubigerliste zeigt Unternehmen aus Deutschland und Frankreich, die mehr als eine Million Euro an Forderungen angemeldet haben. Neun Millionen Euro an Forderungen entfallen auf eine Leasinggesellschaft einer Bank aus Öster­reich. Auch der Insolvenz Entgelt Fonds (IEF) hat an der Insolvenz schwer zu kauen: Die offenen Forderungen der Dienstnehmer belaufen sich auf mehr als 1,4 Millionen Euro. Der IEF muss diese Forderungen begleichen und erhält nur die Quote.
Günther Bitschnau/wpa

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