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Abseits der Piste ist Vorsicht geboten

23.12.2020 • 19:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lwinengefahr richtig einschätzen. <span class="copyright">APA</span>
Lwinengefahr richtig einschätzen. APA

Appell an das Risikobewusstein der Wintersportler.

Vorarlberg ist das Land der Skifahrer und Tourengeher. Auch die bevorstehenden Feiertage werden wieder viele Wintersportler für Ausflüge in die verschneite Bergwelt nutzen. All jene, die abseits des gesicherten Skiraums im Gelände unterwegs sind, hat Sicherheitslandesrat Christian Gantner mit den heimischen Alpinorganisationen und der Initiative „Sicheres Vorarlberg“ am Mittwoch bei einem Pressetermin zur Vorsicht aufgerufen. Präsentiert wurde dazu passend der gemeinsam erarbeitete Leitfaden zum richtigen Verhalten im freien Skiraum. „Ich bitte eindringlich darum, abseits der Pisten risikobewusst und defensiv unterwegs zu sein. Lawinengefahr bedeutet immer auch Lebensgefahr“, verdeutlichte der Landesrat. Mit dem Leitfaden wollen die Verantwortlichen von Land, Gemeinden, Initiative „Sicheres Vorarlberg“ sowie der Alpinorganisationen den steigenden Unfallzahlen entgegenwirken.

Trend

In der aktuellen Krisensituation sei dies besonders nötig, verwies Landesrat Gantner auf den boomenden Bergsport. Der Zuwachs an Bergsportlern falle heuer besonders stark aus. Dieser Trend war laut Gantner bereits im Sommer beim Wandern und Mountainbiken erkennbar. Gemäß Verkaufszahlen von Skitourensets, Schneeschuhen und Langlaufskiern und dem ersten Ansturm auf die frisch verschneiten Berge setzt sich der Trend auch im Winter fort. Damit die Freude am besonderen Naturerlebnis nicht tragisch endet, sei es wichtig, die Gefahren im alpinen Raum zu erkennen und Risiken richtig einzuschätzen, bekräftigte der Landesrat. Diesbezüglich erinnerte er an die Serviceangebote, die Wintersportlern hierzulande zur Verfügung stehen. Andreas Pecl vom Lawinenwarndienst meinte dazu: „Trotz modernster Ausrüstung muss die Vermeidung einer Lawinenauslösung an ers­ter Stelle stehen – daher sind Information über die aktuelle Lawinengefahr, risikobewusstes Verhalten im Gelände und auch ab und zu Verzicht sehr wichtig.“ Im Unglücksfall spielt der Faktor Zeit eine große Rolle. „Bei der Lawinenverschüttung zählt jede Sekunde. Die Überlebenswahrscheinlichkeit fällt nach 15 Minuten eklatant ab. Aus diesem Grund ist eine vollständige Notfallausrüstung und der jährlich geübte Umgang mit der Notfallausrüstung Pflicht“, betonte Bergrettungs-Landesleiter Martin Burger.

Üben, üben, üben

Zahlreiche Lehrmittel zum Thema „Sicher Skitouren“ stellt der Alpenverein bereit. „Genauso wichtig ist aber Praxis und das laufende Üben mit den technischen Hilfsmitteln“, sagte Andreas Schmidt vom Alpenverein Vorarlberg: „Nutzen Sie die Möglichkeit, bei Vereinstouren oder erfahrenen Tourengehern mitzugehen und fragen Sie sie ‚ein Loch in den Bauch‘. Machen Sie LVS- oder Sondier-Übungen im freien Gelände. Lesen Sie immer den Lawinenlage- und den Wetterbericht und vergleichen Sie die Situation im Gelände damit. So können Sie sich bald zu einem selbstständigen Tourengeher entwickeln.“ Sobald die Covid-19-Verordnungen es zulassen, werden die Alpenvereinsgruppen ihr ­Skitourenprogramm wieder aufnehmen.
Auch Mario Amann, Geschäftsführer der Initiative „Sicheres Vorarlberg“ empfiehlt, die Online-Angebote zum Selbststudium zu nützen, solange keine Winterkurse durchgeführt werden können.
Weitere Informationen unter www.sicheresvorarlberg.at

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