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Über 100 Kilogramm Marihuana angebaut

23.12.2020 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die professionelle Bande baute im großen Stil Marihuana an. <span class="copyright">Symbolbild/APA/AFP/JOSEP LAGO</span>
Die professionelle Bande baute im großen Stil Marihuana an. Symbolbild/APA/AFP/JOSEP LAGO

Bande soll drei Häuser gemietet und Cannabis angebaut haben.

Derartig professionell und in großem Stil ist nach Ansicht von Ermittlern in Vorarlberg wohl noch nie Cannabis angebaut worden. Demnach soll eine Drogenbande in Indoorplantagen Marihuana im Wert von mehr als einer Million Euro erzeugt haben.
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat gegen mehrere Beschuldigte Anklage erhoben. Das bestätigte auf Anfrage Behördensprecher Heinz Rusch. Als Bandenchefs angeklagt wurden zwei unbescholtene Österreicher im Alter von 31 und 34 Jahren. Den beiden Untersuchungshäftlingen wird in der Anklageschrift vorgeworfen, mehr als 100 Kilogramm Marihuana angebaut und verkauft zu haben. Für den Fall eines Schuldspruchs wegen Suchtgifthandels und der Vorbereitung von Suchtgifthandel sieht das Suchtmittelgesetz dafür 1 bis 15 Jahre Gefängnis vor. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Den mutmaßlichen Drahtziehern wird zur Last gelegt, sie hätten über Strohleute drei Häuser in Dornbirn, Lustenau und Nüziders angemietet und in den dortigen Kellern Indoorplantagen mit 700 bis 1000 Stecklingen angepflanzt. Zumindest einmal pro Monat soll so Cannabis im zweistelligen Kilobereich geerntet worden sein. Sogenannte Erntehelfer sollen pro Einsatz mit 2000 Euro entlohnt worden sein.
Zu den Erntehelfern zählten nach den Erkenntnissen der Strafverfolger auch jene Beschuldigten, die als offizielle Mieter und Mieterinnen der Häuser auftraten. Die Hausmieten sollen von den Bandenbossen bezahlt worden sein. Die Mieter und Mieterinnen sollen die Häuser bewohnt, die Plantagen betreut und dafür gesorgt haben, dass es keine unerwünschten Besucher gab.
Die 29-jährige Mieterin des Hauses in Dornbirn muss sich in einem Schöffenprozess am 13. Jänner am Landesgericht für die zwischen September 2019 und Juni 2020 erfolgte Erzeugung von 45 Kilogramm Marihuana im Wert von 450.000 Euro verantworten.

Strom abgezweigt

Am 3. Februar wird am Landesgericht wegen des Anbaus von 16 Kilogramm Marihuana im März 2020 in ihrem gemieteten Haus in Nüziders gegen eine 29-jährige und gegen eine 28-jährige Angeklagte verhandelt.
Die hohen Stromkosten für die professionelle Drogenproduktion sollen sich die mutmaßlichen Täter erspart haben. Sie sollen den Strom anderweitig abgezweigt und so die Vorarlberger Kraftwerke geschädigt haben. Dazu hat die Staatsanwaltschaft angeblich die Betrugsverfahren eingestellt, zumindest in den Verfahren gegen die Hausmieterinnen.

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