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Erste Vorarlberger sind geimpft

28.12.2020 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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VLK/Serra

Älteste Geimpfte im Höchster Pflegeheim war eine 95-Jährige.

Fast zehn Monate nachdem Anfang März der erste Covid-19-Fall in Vorarlberg festgestellt wurde, könnte nun „ein echter Wendepunkt“ erreicht worden sein. Das sagte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Sonntag anlässlich der ersten Covid-19-Impfungen in Vorarlberg. In Pflegeheimen in Höchst und Bregenz (Seniorenheim Tschermakgarten) wurden insgesamt 220 Dosen verabreicht. Zudem seien Mitarbeitende von Arztpraxen vakziniert worden. In Höchst – wo die Verantwortlichen des Landes eine Pressekonferenz gaben – hätten sich 53 Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung impfen lassen, berichtete Ärztekammerpräsident Michael Jonas. Die Impfungen seien „völlig problemlos“ abgelaufen. Die ältestes Teilnehmerin an der Aktion sei 95 Jahre alt und topfit gewesen, sagte Jonas. Die Senioren hätten sich für die Impfaktion bedankt, bemerkte der Mediziner am Rande des Pressetermins. Die Ärzteschaft sei hochmotiviert, die Bevölkerung zu impfen.

Mit Argumenten überzeugen

Mit Argumenten überzeugen. Für den Landeshauptmann geht es nun darum, die Menschen nicht zu überreden, die Impfungen in Anspruch zu nehmen, sondern sie mit Argumenten davon zu überzeugen. Am Besten sei es, sich mit dem eigenen Hausarzt über die Covid-19-Impfung zu beraten. „Wer sich für die Impfung entscheidet, hilft uns, aus der Pandemie herauszufinden“, betonte Wallner. Im Jänner soll in Vorarlberg genügend Impfstoff für zumindest 5000 Personen zur Verfügung stehen.

In Höchst und Bregenz wurde am Sonntag geimpft. <span class="copyright">VLK/Serra</span>
In Höchst und Bregenz wurde am Sonntag geimpft. VLK/Serra

Im bundesweiten Impfkonzept ist vorgesehen, über 50 Prozent der Bevölkerung innerhalb von sechs bis neun Monaten zu impfen. In einer ersten Phase werden die Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sowie die dortigen Mitarbeiter vakziniert. Ebenso gibt es Impfungen für das Gesundheitspersonal in Spitälern, Arztpraxen und Apotheken. In einer zweiten Phase – voraussichtlich von Februar bis April – sind dann alle Menschen höheren Alters sowie Personen in systemkritischen Großorganisationen wie etwa der Polizei, Justiz, dem Bundesheer und in der Bildung an der Reihe. Ab dem zweiten Quartal 2021 sollen dann in der dritten Phase alle die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen.

Online-Vormerkung

Nach Angaben von Sebastian Wöß, Impfkoordinator des Landes, ist ein hohes Aufkommen von Anfragen festzustellen. Derzeit werde ein landesweites Konzept erstellt. Im Jänner soll ein Online-Vormerksystem für die Impfung eingeführt werden. Dieses soll analog zu jenem der Flächentestungen sein.

Massentest im Jänner

Ein weiterer derartiger Massentest wird von 15. bis 17. Jänner über die Bühne gehen. Der Landeshauptmann rief am Sonntag auf, an diesem teilzunehmen. Mit Tests und Impfungen habe man die Möglichkeit, die Pandemie 2021 loszuwerden. Wenn sich jemand nicht impfen lasse, müsse man diese Entscheidung respektieren. Allerdings werde die Krise verlängert, wenn es zu viele Verweigerer gebe.

Die Pressekonferenz ging vor dem Pflegeheim Höchst über die Bühne. <span class="copyright">VLK/Serra</span>
Die Pressekonferenz ging vor dem Pflegeheim Höchst über die Bühne. VLK/Serra

Positiv bewertete Ursula Fischer, Obfrau des Landesverbands der Heim- und Pflegeleitungen Vorarlbergs, den Auftakt zur Impfaktion am Sonntag. Man habe gute Erfahrungen gemacht. Die Impfung sei ein Hoffnungsschimmer, dass bald wieder Normalität in den Heimen einkehren könne.

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