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Gewaltopfer kehrte zum Täter zurück

29.12.2020 • 18:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Archivbild/Hartinger

Geldstrafe für 34-Jährigen. ­Opfer ist wieder seine Lebensgefährtin.

Die Strafe für das Verbrechen der schweren Körperverletzung ist auch deshalb milde ausgefallen, weil Täter und Opfer trotz des Vorfalls mittlerweile wieder Lebensgefährten sind. Der unbescholtene Kellner in Kurzarbeit wurde am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2100 Euro (420 Tagessätze zu je 5 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1000 Euro (200 Tagessätze). 1100 Euro (220 Tagessätze) wurden ihm für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil von Richter Thomas Wallnöfer ist rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet sieben Monaten Gefängnis.
Der 34-jährige EU-Ausländer hat seiner damaligen Ex-Lebensgefährtin im März mit Faustschlägen ins Gesicht vor allem einen verschobenen Nasenbeinbruch zugefügt. Die 27-jährige Gastronomie-Mitarbeiterin aus dem Bezirk Bregenz musste im Krankenhaus operiert werden. Bei dem Vorfall hat der Angeklagte sie nach den gerichtlichen Feststellungen nach den Faustschlägen weiterhin attackiert. Dabei brachen bei ihr Zahnspitzen ab.

Inzwischen verziehen

Er war damals betrunken und eifersüchtig, weil sie sich von ihm getrennt und einen anderen Mann hatte. Das Gewaltopfer hat dem Täter inzwischen verziehen. Sie leben nach eigenen Angaben seit vier Monaten wieder zusammen. „Sie weiß, dass so etwas nie wieder passieren wird“, sagte der Angeklagte vor Gericht. „Denn normalerweise bin ich nicht so. Ich habe sie um eine zweite Chance gebeten. Denn ich liebe sie noch immer.“
Als Bewährungsauflage erteilte der Strafrichter dem Angeklagten die Weisung, sich einem Antigewalttraining zu unterziehen. Tut der 34-Jährige das nicht, müsste er damit rechnen, mit 1100 Euro auch den bislang bedingten Teil der Geldstrafe bezahlen zu müssen.

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