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Weniger Verkehr durch Pandemie

30.12.2020 • 18:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Philipp Steurer

VCÖ: Daten der Asfinag zeigen Rückgang auf Autobahn und S 16.

Deutlich rückläufig war heuer der Verkehr auf der Autobahn A 14 und der Arlberg-Schnellstraße S 16. Das berichtete der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Mittwoch. Grund dafür seien die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Experten des VCÖ haben für ihre Analyse Daten des Autobahnen- und Schnellstraßenbetreibers Asfinag verwendet. Diese zeigen unter anderem, dass auf der A 14 bei Hohenems heuer um 2,73 Millionen Pkw weniger unterwegs waren als im Vorjahr. Seitens des VCÖ heißt es jedoch, dass „es verstärkte Maßnahmen braucht, damit es nach der Covid-19-Pandemie nicht zu neuen Verkehrslawinen kommt“.

Rückgang bei Autos stärker als bei Lkw

Die Analyse zeigt, dass es vor allem beim Pkw-Verkehr zu deutlichen Rückgängen gekommen ist. Diese liegen zwischen 14,7 Prozent weniger Autos bei Hohenems bis hin zu einem Minus von 28,3 Prozent auf der S 16 bei der Zählstelle im Dalaaser Tunnel (2,88 Millionen Pkw weniger als im Vorjahr). Auch beim Schwerverkehr sind die Zahlen gesunken. Allerdings lagen die Rückgänge hier im einstelligen Prozentbereich. Bei Hohenems wurden heuer auf der Autobahn beispielsweise 1,33 Millionen Lkw gezählt – um 3,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2019. Auf der S 16 waren es 473.000 Lkw (minus acht Prozent).

Klimaziele erreichen

Klimaziele. Damit das Verkehrsaufkommen nach der Pandemie nicht wieder erheblich steigt, sind nach Angaben der VCÖ-Experten mehrere Maßnahmen notwendig. Denn trotz mehr Mobilität brauche es weiterhin eine geringere Verkehrsbelastung, um die Klimaziele erreichen zu können. Dies sei zu schaffen, wenn mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzten anstatt des eigenen Autos sowie mehr Güter auf der Schiene statt der Straße transportiert würden, erklärte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Es sei daher notwendig, das Angebot im öffentlichen Verkehr weiter auszubauen. Vorarlberg sei hier auf dem richtigen Weg. Allerdings müssten auch Begünstigungen etwa für Diesel oder die private Nutzung von Firmenautos gestrichen werden. „Umweltfreundliches Verhalten ist zu belohnen, Umwelt- und Klimaschäden sind endlich verursachergerecht zu verrechnen“, betonte Schwendinger. Denn derzeit würden die Schäden von allen bezahlt, auch wenn diese sie nicht verursacht hätten. Umso wichtiger sei die rasche Umsetzung einer ökosozialen Steuer­reform. Dazu macht sich der VCÖ für einen Klimabonus für Unternehmen stark, die ihren Gütertransport auf die Schiene verlagern.